Andrea Riedle wird Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors.

Dr. Andrea Riedle, seit sechs Jahren als wissenschaftliche Abteilungsleiterin und stellvertretende Gedenkstättenleiterin in der KZ-Gedenkstätte Dachau tätig, wird ihr Amt zum 1. Januar 2020 antreten. Der langjährige Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Andreas Nachama, tritt Ende November 2019 in den Ruhestand.

Der Staatssekretär für Kultur, Dr. Torsten Wöhlert, Vorsitzender des Stiftungsrates Topographie des Terrors: „Ich freue mich außerordentlich, dass Frau Dr. Riedle künftig die Stiftung Topographie des Terrors leiten und weiterentwickeln wird. Mit ihr gewinnt die Stiftung eine gut vernetzte Historikerin und fachlich versierte Wissenschaftlerin, die bewiesen hat, dass sie komplexe historische Themen in Dauer- und Sonderausstellungen publikumswirksam aufbereiten kann. Zielgruppenspezifische Vermittlungsarbeit und Inklusion liegen ihr dabei besonders am Herzen.“

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters: „Die Stiftung Topographie des Terrors gewinnt mit Dr. Andrea Riedle eine ausgewiesene Expertin in der Gedenkstättenarbeit als neue Stiftungsdirektorin. Wertvolle Erfahrungen im Umgang mit den aktuellen Herausforderungen an die Gedenkstättenarbeit konnte sie als langjährige stellvertretende Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau sammeln, die wie die Topographie des Terrors zu den besucherstärksten Gedenk- und Erinnerungsorten in Deutschland gehört. Durch ihre Tätigkeit für die ‚Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum‘ ist Dr. Riedle die Berliner Erinnerungslandschaft bestens bekannt. Dass nun eine Frau die Leitung einer der wichtigen Einrichtungen zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus übernimmt, ist ein schönes und wichtiges Signal auch über die Gedenkstättenlandschaft hinaus, in der Frauen in der Leitungsebene immer noch unterrepräsentiert sind. Dr. Riedle ist Nachfolgerin von Prof. Dr. Andreas Nachama, der die Topographie des Terrors mit ganz außerordentlichem Erfolg als einen der bundesweit bedeutsamsten Erinnerungsorte zur Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus etabliert hat.“

Die Stiftung Topographie des Terrors ist eine Berliner Landesstiftung des öffentlichen Rechts, die gemeinsam vom Land Berlin und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird.

Frau Dr. Andrea Riedle wurde 1972 in Plochingen geboren. Ihr Studium der Neueren Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen ergänzte sie durch ein Auslandsstudium der „European Studies und Political Science“ in Exeter, England. Ihre Dissertation an der Freien Universität Berlin legte sie zum Thema „Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen. Sozialstruktur, Dienstwege und biografische Studien“ vor. 2009 bis 2011 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der „Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkstätten im Berliner Raum“ tätig, bevor sie 2012 in die KZ-Gedenkstätte Dachau der Stiftung Bayerische Gedenkstätten wechselte.

Sie übernimmt den Staffelstab von Prof. Dr. Andreas Nachama, der die Topographie des Terrors als einen der bundesweit bedeutsamsten Erinnerungsorte zur Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus ausgebaut hat. Auf dem Gelände der Stiftung Topographie des Terrors, neben dem Martin-Gropius-Bau und unweit des Potsdamer Platzes, befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors: das Geheime Staatspolizeiamt mit eigenem „Hausgefängnis”, die Reichsführung-SS, der Sicherheitsdienst (SD) der SS und während des Zweiten Weltkriegs auch das Reichssicherheitshauptamt.

2018 besuchten über 1,3 Millionen Menschen die Topographie des Terrors. Die Topographie des Terrors wurde 1994 zunächst als unselbstständige Stiftung gegründet und 1995 dann in eine selbstständige Stiftung überführt. Seit 2005 betreut die Stiftung auch das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide.

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