Müller schlägt Friedländer und Deutschkron für die Ehrenbürgerschaft vor.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat in der heutigen Senatssitzung vorgeschlagen, Inge Deutschkron und Margot Friedländer die Ehrenbürgerwürde des Landes Berlin zu verleihen. Alle Senatsmitglieder folgten Müllers Vorschlag gern.

Michael Müller: „Sowohl Inge Deutschkron als auch Margot Friedländer, beide Überlebende der Shoa, haben einen bedeutenden Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus geleistet. Beider Lebensgeschichten sind mit Leid und entsetzlichen Erfahrungen in Deutschland verbunden und dennoch sind sie hierher zurückgekommen, weil sie den Glauben an ein Deutschland ohne Antisemitismus, Rassismus und Militarismus nicht aufgeben wollten. Sie beide sehen es auch im hohen Alter als ihre Pflicht an, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an junge Menschen weiter zu geben, um für ein friedliches und demokratisches Deutschland einzutreten.“

Weiter sagte der Regierende Bürgermeister: „Dass Margot Friedländer und Inge Deutschkron sich Deutschland und Berlin wieder zugewandt haben, ist sehr bemerkenswert. Schließlich sind sie hier in Berlin entrechtet und gedemütigt worden, haben hier ihre Familien verloren, sind von Nazi-Schergen im Untergrund gejagt worden und haben nur durch viel Glück überlebt. Beide sind sie besondere Persönlichkeiten, von denen wir alle viel über Mut, Zivilcourage und Menschlichkeit lernen können. Die Begegnung mit beiden ist beeindruckend und bereichernd und für mich persönlich waren dies ganz besondere Momente. Es ist an der Zeit, diese beiden bedeutenden Zeitzeuginnen des schlimmsten Kapitels deutscher Geschichte zu ehren.“

Margot  Friedländer ist seit 2011 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Im Jahr 2014 wurde durch die Schwarzkopf-Stiftung zum ersten Mal der Margot-Friedländer-Preis verliehen. Der Preis und der dazugehörige Wettbewerb sollen Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte motivieren, sich mit dem Holocaust und heutiger Erinnerungskultur auseinanderzusetzen und sich mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen im Kampf gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Ausgrenzung zu engagieren.

Inge Deutschkron ist Trägerin des Verdienstordens des Landes Berlin und wurde 2008 mit der Louise-Schroeder-Medaille des Landes Berlin ausgezeichnet. Mehrfach hat sie die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz abgelehnt.

Am 30. Januar 2013 hielt Inge Deutschkron im Deutschen Bundestag die Rede anlässlich der Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Fotos v.l.n.r.: Inge Deutschkron, Margot Friedländer

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