Müller zum Tod des Schauspielers Birol Ünel.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum Tod des mit 59 Jahren in Berlin verstorbenen Schauspielers Birol Ünel:

„Ein großartiger Darsteller ist viel zu früh einem unerbittlichen Krebsleiden erlegen. Birol Ünel ist in der Türkei geboren und kam mit sieben Jahren in ein Dorf bei Bremen. Ünel, mit einem Vater aus Aserbaidschan und einer Mutter aus dem Iran, war schon von seiner Herkunft eine multikulturelle Persönlichkeit. Deshalb vielleicht war es nirgendwo anders als im multikulturellen Berlin, wo er in den 1990er-Jahren, in denen die Stadt kulturell in atemberaubendem Aufbruch war und sich an jeder Ecke Kreativität und neue Kunst Bahn brachen, seine Theater-Karriere begann – erst im Kunsthaus Tacheles, dann bei Frank Castorf an der Volksbühne.“

Müller weiter: „Ünels Leben kannte bedauerlicherweise nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen und Abgründe. Einer der Höhepunkte war der Deutsche Filmpreis 2004 als Bester Hauptdarsteller in Fatih Akıns Streifen ‚Gegen die Wand‘. Die Rolle als Alkoholkranker brachte Ünel den internationalen Durchbruch auf der Leinwand und die Nominierung als bester europäischer Schauspieler bei den Europäischen Filmfestspielen. ‚Gegen die Wand‘ war ein einzigartiger cineastischer Erfolgsfilm mit fünf Lolas und zwei europäischen Filmpreisen. Birol Ünel war dabei. Noch 2019 spielte er in der türkischen Produktion ‚Deutschland ist … Heim‘ einmal mehr mit Sibel Kekilli seine letzte Filmrolle. Wo seine Karriere begonnen hat, da schließt sich sein Lebenskreis – in unserer Stadt. Die Film- und Theatermetropole Berlin trauert um einen faszinierend-einprägsamen Darsteller. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen, bei allen, denen er wichtig gewesen ist und die um ihn trauern.“

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