Vorstellung der Nominierten für den Publikumspreis des FARBENBEKENNEN-Awards 2019 – Online-Abstimmung startete heute.

Vom Geflüchteten zum Gründer, vom Schutzsuchenden zum Gestalter – sie haben es geschafft: Die drei Finalisten des #FARBENBEKENNEN-Awards 2019 zum Thema „Gründergeist“ stehen fest:

·         Anab Mohamud kämpft mit ihrer Organisation für die Freiheit und Aufklärung von Frauen,

·         Ramy Al-Asheq verbindet mit seinem Kulturmagazin Welten und

·         Beslan Kabartai produziert mit seinem Unternehmen syrischen Käse in Brandenburg.

Heute begann die Abstimmungsphase für den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis. Bis zum 13. November können die Berlinerinnen und Berliner unter farbenkennen.de ihre Stimme für ihre Favoriten abgeben.

Die Finalisten wurden heute am Vormittag in einer Pressekonferenz im Roten Rathaus in Berlin in Anwesenheit von Clemens Schick, Sawsan Chebli und Dr. Stefan Franzke  vorgestellt.

Fotoquelle: Klaus Dahle

Die Initiatorin des Preises Sawsan Chebli, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales: „Motiviert davon, ihrer neuen Heimat etwas wieder zu geben sind unsere drei Nominierten den unglaublich weiten Weg vom Geflüchteten zum Unternehmensgründer gegangen. Sie zeigen, dass Geflüchtete nicht die Fremden unter uns sind: Sie sind der Nachbar, der in Brandenburg Käse produziert. Der Künstler, der hunderten Journalisten eine Stimme gibt. Die starke Frau, die Woche für Woche Workshops leitet, um andere geflüchtete Frauen in Gesundheitsfragen zu beraten. Beeindruckende Menschen, die unsere Stadt bereichern und Vorbilder für uns alle sind.“

Porträts der Finalisten für den Publikumspreis des #FARBENBEKENNEN-Awards:



Ramy Al-Asheq verbindet mit seinem FANN-Magazin Welten

Ramy Al-Asheq gründete 2017 mit der Journalistin und Übersetzerin Lilian Pithan in Berlin das deutsch-arabische Online-Magazin FANN. Das Medium setzt sich für Pluralismus, Menschenrecht und Demokratie ein – und wendet sich gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und Fundamentalismus. FANN verbindet zwei Welten – die arabische und die deutsche Kultur. Mehr als 125 Autorinnen und Autoren sowie Kunstschaffende aus 17 Ländern sind inzwischen auf der Plattform vertreten. Der Link zu FANN: https://www.fann-mag.com/de.

Ramy Al-Asheq: „Wie kann man die Menschen wirklich verstehen, ohne ihre Literatur zu lesen, ihre Musik zu hören und in ihre Kultur einzutauchen? FANN Magazin und seine Projekte wurden gegründet, um mit Hilfe von Kunst und Literatur ein besseres Verständnis zwischen den Gesellschaften zu schaffen. Wir beschäftigen uns mit beiden Kulturkreisen – arabisch und deutsch – gleichermaßen. Wir freuen uns nicht nur darüber, ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede zu entdecken, wir zelebrieren sie und teilen sie. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich dazu beitragen konnte, dieses Projekt hier in Deutschland ins Leben zu rufen.“

Ramy Al-Asheq

Anab Mohamud kämpft mit Space3GroW für Freiheit und Aufklärung von Frauen

Seit 2017 baut Anab Mohamud für geflüchtete Frauen mit Space2GroW (Raum zum Wachsen) eine Brücke zum deutschen Gesundheitssystem. Angeboten werden Workshops und Einzelberatungen, um Frauen zu Fragen der gesundheitlichen Aufklärung zu informieren und den Sinn von Familienplanung und Verhütung zu erläutern. „Self-Empowerment“ (Selbstermächtigung), das heißt für Anab Mohamud und ihr Team vor allem: Selbstbestimmt Entscheidungen über den eigenen Körper fällen zu können. Der Link zu Space2GroW: https://www.space2grow.de.

Anab Mohamud: „Als ich Space2GroW gegründet habe, wollte ich Frauen mit Fluchthintergrund den Weg zum Gesundheitssystem in Deutschland erleichtern. Mein Ziel war und ist, dass alle neu ankommenden Frauen Zugang zum Gesundheitssystem haben, ohne Barrieren aufgrund ihres Hintergrunds und ihres Glaubens. Seit der Gründung ist Space2GroW sehr gewachsen. Es ist motivierend zu sehen, wie viele Frauen mit den unterschiedlichsten Geschichten wir schon erreichen konnten und wie sie das, was sie in unserem Workshop gelernt haben, an andere Frauen weitergeben. Wir stärken Frauen in Berlin und Umgebung, indem wir ihnen helfen, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es selbst möchten.“

Anab Mohamud

Beslan Kabartai produziert mit der Freudy UG syrischen Käse in Brandenburg

Im Jahr 2018 gründet Beslan Kabartei die Freudy UG in Berlin. Nach traditionellen Rezepturen und Herstellungsverfahren produziert er inzwischen hochwertigen Halloumi, tscherkessischen Käse und Hartkäse sowie syrischen Joghurt und Quark „Made in Brandenburg“. Sein Angebot an Käsesorten und Milchprodukten soll den deutschen Markt bereichern und Migranten in Berlin und ganz Deutschland auf kulinarischem Weg ein Stück Heimat bieten. Die Käsesorten werden mit hochwertigen und natürlichen Zutaten und nach traditioneller Rezeptur hergestellt. Der Link zu Freudy UG (englisch): http://freudy.berlin.

Beslan Kabartai: „Viele deutsche Freunde haben mir bei der Integration und dem Gründen in Deutschland geholfen, nachdem ich in Syrien alles verloren hatte. Deshalb habe ich darüber nachgedacht, der deutschen Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Wenn ich sehe, wie die Deutschen lächeln, nachdem sie meinen Käse probiert haben, und wie die Araber sich an ihre Heimat erinnern, wenn sie ihn testen – dann weiß ich, dass ‚Freudy’ der richtige Name für meine Produktlinie ist.“

Beslan Kabartai

Stimmen aus der Jury zum Engagement für unsere Gesellschaft

Ausgewählt wurden die drei Finalisten für den Publikumspreis sowie der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte Jurypreis von einer prominent besetzten Jury.

Moderatorin Dunja Hayali: „Viel zu selten sprechen wir in der öffentlichen Debatte über das, was Geflüchtete für unser Land bereits leisten, wie sie hier einen Neuanfang wagen und welche Erfolge sie dabei erzielen. Für die Gemeinschaft! Der #FARBENBEKENNEN-Award zeigt genau das – und setzt damit ein wichtiges und solidarisches Zeichen.“

Schauspieler Clemens Schick hat Kurzfilme zu allen Nominierten gedreht: „In der Begegnung mit Anab Mohamud, Ramy Al-Asheq und Beslan Kabartai wurden aus ‚Geflüchteten‘ Menschen mit Ideen, die dieses Land bereichern. Sie haben Ideen, die Integration ermöglichen. Es ist berührend, die Träume und den Mut jedes einzelnen zu spüren. Wir müssen Menschen mit diesem starken Willen fördern, um ihnen Kraft zu geben weiter zu machen, und um anderen zu zeigen, was Integration sein kann.“

Wirtschaftsförderer und Berlin Partner-Chef Dr. Stefan Franzke: „Diese Menschen bereichern unsere Stadt mit ihrem unglaublich starken Engagement. Sie gründen Unternehmen, schaffen Arbeitsplätze und sind ein echtes Vorbild für viele. Unsere Wirtschaft profitiert von ihrem internationalen Gründergeist, und unsere Gesellschaft von Menschen, die sich für ihre Mitmenschen und unsere Stadt einsetzen.“

Hintergrundinformationen zu #FARBENBEKENNEN:

#FARBENBEKENNEN wurde 2017 von Sawsan Chebli, Berlins Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, ins Leben gerufen. 2018 wurde erstmals der #FARBENBEKENNEN-Award vergeben, mit dem das besondere Engagement von Geflüchteten geehrt wird. Im Jahr 2019 werden unter dem Motto „Gründergeist“ Geflüchtete ausgezeichnet, die selbst eine Initiative, einen Verein oder ein Unternehmen in Berlin gegründet haben und damit ihre neue Heimat mit eigenen Visionen und Ideen mitgestalten. Die Preisverleihung findet am 1. Dezember 2019 im Roten Rathaus statt.

Mitglieder der #FARBENBEKENNEN-Jury 2019:

•        Sawsan Chebli, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales (Juryvorsitz)

•        Mali M. Baum, CEO & Founding Partner at WLOUNGE | Founding Partner MAGDA GROUP Fund of funds

•        Ekrem Bora (Eko Fresh), Musiker

•        Hamid Djadda, Geschäftsführer OHDE Neuköllner Marzipan GmbH

•        Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

•        Arne Friedrich, Sportler und Stifter

•        Dunja Hayali, Moderatorin

•        Sascha Hingst, Moderator

•        Diana Kadah, syn:format, #FARBENBEKENNEN Gewinner 2018

•        Kida Khodr Ramadan, Schauspieler

•        Clemens Schick, Schauspieler

•        Cawa Younosi, Head of HR SAP SE and SAP Germany

Hier kann abgestimmt werden: https://farbenbekennen.de.

Fotoquellen/Video: TP Presseagentur und Klaus Dahle

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