GdP entsetzt über Terroranschläge in Spanien – in Deutschland Trauerbeflaggung angeordnet.

GdP-Vize Plickert fordert bauliche Veränderungen in europäischen Touristenzentren.

Berlin/Düsseldorf.
 Mit „Abscheu und Entsetzen“ hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf den Anschlag in Barcelona reagiert. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert sagte am Freitag in Düsseldorf, der perfiden Strategie, an symbolträchtigen Orten mit jedem Mittel viele Menschen umzubringen, stehe man fassungslos gegenüber. „In dieser Stunde denken wir zuerst an die Opfer und ihre Angehörigen. Unsere Solidarität gilt auch dem von Terror- und Schicksalsschlägen heimgesuchten spanischen Volk“, betonte er.

Die deutschen Sicherheitsbehörden unternähmen Plickert zufolge alles, um durch eine länderübergreifende Zusammenarbeit mögliche Anschlagspläne rechtzeitig zu erkennen und diese zu durchkreuzen. „Wenn es sich um Einzeltäter und kleine Gruppen handelt, sind konkrete Vorermittlungen denkbar schwierig“, sagte Plickert, der zugleich GdP-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen ist.

Auch in Deutschland könnte sich jederzeit ein solcher Anschlag ereignen. Obwohl seine Kolleginnen und Kollegen alles Erdenkliche tun würden, um Anschlagsplanungen im Vorfeld zu erkennen und zu durchkreuzen, bleibe die Terrorgefahr hoch. Der GdP-Vize appellierte mit Nachdruck an die politisch Verantwortlichen, die entsprechenden Voraussetzungen für eine bessere Ausstattung und Ausrüstung der Polizistinnen und Polizisten in Bund und Ländern zu schaffen. „Ein Lastwagen ist mit den unseren derzeitigen materiellen Möglichkeiten nicht zu stoppen“, mahnte Plickert.

Nach den vielen Anschlägen in Europa müssten Sicherheitsbehörden in Touristenzentren, wo sich ständig viele Menschen aus aller Welt aufhielten, grundsätzlich über bauliche Veränderungen auf Plätzen und Straßen nachdenken, sagte Plickert weiter. Eine Maßnahme seien hydraulische Poller, die mittlerweile in Deutschland bereits vereinzelt im Einsatz seien.

Bundesweite Trauerbeflaggung der Bundesbehörden am 18. August 2017.

Bundesinnenminister de Maizière hat indes für heute, Freitag, den 18. August 2017, die bundesweite Trauerbeflaggung der obersten Bundesbehörden und ihrer Geschäftsbereiche sowie der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, angeordnet. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme nach dem Anschlag in Barcelona am 17. August 2017.

Auch Berlin ordnet Trauerbeflaggung an

Aus Anlass des Terroranschlags gestern Nachmittag in Barcelona, hat auch Berlins Innensenator Andreas Geisel berlinweite Trauerbeflaggung für den heutigen Freitag angeordnet.

Geisel: „Wir sind zutiefst bestürzt über den Anschlag in Barcelona. Ich spreche allen Angehörigen der Opfer mein tiefes Beileid aus. Berlin trauert mit Barcelona.“

Die Trauerbeflaggung gilt für alle Gebäude, die von Dienststellen und Einrichtungen des Landes Berlin benutzt werden, sowie für Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

Wir stehen an der Seite unserer spanischen Freunde
Europa müsse bei Terrorbekämpfung noch stärker zusammenarbeiten

Zu den Terroranschlägen in Spanien, die am gestrigen Donnerstag mindestens 13 Tote und mehr als hundert Verletzte gefordert haben, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Stephan Harbarth:

„Nach 2004 hat gestern erneut eine schreckliche Terrorattacke die spanische Gesellschaft getroffen. Unsere Trauer gilt den Toten, unser Mitgefühl ihren Angehörigen und den verletzten Opfern.

Es hat den Anschein, dass gestern in Spanien nach Paris im Jahr 2015 erneut versucht worden ist, durch koordinierte Anschläge an mehreren Orten für Angst und Schrecken zu sorgen. Sollte das zutreffen, würde das für eine gründliche Vorbereitung der Attentäter sprechen.

Wir wissen noch zu wenig über die Hintergründe der Anschläge, um konkrete Schlussfolgerungen zu ziehen. Richtig ist aber auch, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière und sein damaliger französischer Amtskollege Bernard Cazeneuve in der Vergangenheit mehrfach die Notwendigkeit unterstrichen haben, die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Inneren Sicherheit zu stärken. Insbesondere müssen wir in Europa die immer noch fragmentierte Datenbanken-Architektur verbessern. Internationale Grenz- und Sicherheitssysteme müssten besser miteinander vernetzt sein und Daten leichter ausgetauscht werden können.

Durch die Anschläge in Spanien ändert sich die Sicherheitslage in Deutschland nicht. Wir stehen bereits seit langer Zeit im Fadenkreuz des Terrorismus. Wir müssen leider mit weiteren Anschlägen auch in Deutschland rechnen – auch im Vorfeld der Bundestagswahl. Wir sollten uns aber zugleich bewusst machen: Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. CDU und CSU werden alles dafür tun, dass das auch in Zukunft so bleibt.“

Angela Merkel zum LKW-Anschlag in Barcelona

"Diesen Mördern werden wir nicht gestatten, dass sie uns von unserem Weg abbringen – von unserer Art zu leben" – Bundeskanzlerin Angela Merkel zum LKW-Anschlag in Barcelona.

Publié par PHOENIX sur vendredi 18 août 2017

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