Die EU-Kommission hat den 12. Oktober 2025 als Starttermin für die Inbetriebnahme des EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES) für Drittstaatsangehörige festgelegt. Ab diesem Tag werden die Mitgliedstaaten EES schrittweise über einen Zeitraum von sechs Monaten einführen. Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie sprach von einem weiteren Schritt, um die EU zum fortschrittlichsten Reiseziel der Welt zu machen. Magnus Brunner, Kommissar für Inneres und Migration ergänzte, das EES werde die Sicherheit im Schengen-Raum erhöhen. Die sechsmonatige Einführungsphase gebe Mitgliedstaaten, Reisenden und Unternehmen Zeit, sich an das neue System anzupassen.
Moderne Technologie für sichere Grenzen
Das EES ist ein vollständig digitales System für die Ein- und Ausreise von Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürgern, die für Kurzaufenthalte in 29 europäische Länder reisen, einschließlich der assoziierten Schengen-Staaten
. Es wird biometrische Daten wie Fingerabdrücke, Gesichtsbilder und andere Reiseinformationen erfassen. Mit dem EES wird das Abstempeln von Reisepässen schrittweise ersetzt.
Grenzübertritte werden schneller und sicherer
Das EES wird die Verwaltung der EU-Außengrenzen modernisieren und verbessern. Es wird zuverlässige Daten über Grenzübertritte liefern und systematisch Aufenthaltsüberzieher sowie Fälle von Dokumenten- und Identitätsbetrug aufdecken. Somit trägt EES dazu bei, irreguläre Migration zu verhindern und die Sicherheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Darüber hinaus wird durch den verstärkten Einsatz automatisierter Grenzkontrollen das Reisen für alle reibungsloser und sicherer. Das neue System entspricht den höchsten Standards für den Schutz von Daten und Privatsphäre und gewährleistet, dass die persönlichen Daten der Reisenden geschützt bleiben.
Ab dem 12. Oktober werden die Mitgliedstaaten über einen Zeitraum von sechs Monaten schrittweise mit der Einführung des EES beginnen. Die Grenzbehörden werden die Daten von Drittstaatsangehörigen, die die Grenzen überschreiten, schrittweise registrieren. Am Ende dieses Zeitraums wird das EES an allen Grenzübergangsstellen vollständig eingesetzt.
Ziel des schrittweisen Starts des EES ist es, den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, von dem neuen System zu profitieren. Zugleich wird sichergestellt, dass die Grenzbehörden, die Verkehrsbranche sowie die Reisenden Zeit haben, sich an die neuen Verfahren anzupassen.
Nächste Schritte
In den kommenden Monaten wird die Kommission zusammen mit der Agentur der Europäischen Union für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts (eu-LISA) weiterhin eng mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um eine reibungslose und wirksame Einführung des Systems zu gewährleisten.
Da der Starttermin näher rückt, können Reisende Informationskampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen an Grenzübergangsstellen, einschließlich Flughäfen in der gesamten EU, erwarten.
Hintergrund
Das EES ist Teil des EU-Pakets „Intelligente Grenzen“, mit dem das Management der EU-Außengrenzen durch den Einsatz modernster Technologien und innovativer Lösungen verbessert werden soll. Das Paket umfasst das EES, das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) und eine erweiterte und stärker harmonisierte Nutzung der von den Mitgliedstaaten genutzten Systeme der automatischen Grenzkontrolle
(ABC). Zusammen werden diese Systeme allen Reisenden in die und aus der EU ein effizienteres, sichereres und bequemeres Reiseerlebnis ermöglichen.