Auf dem Hambacher Schloss eröffnet Staatsminister Weimer das Gründungstreffen des „Hambach-Netzwerks“, einer neuen bundesweiten Initiative zur Stärkung der Demokratiegeschichte. Ziel des Zusammenschlusses ist es, den 200. Jahrestag des Hambacher Festes im Jahr 2032 vorzubereiten und Demokratiegeschichte sichtbarer in der Gesellschaft zu verankern.
Dazu erklärt Staatsminister Weimer: „Demokratien werden vulnerabel, wenn ihre Stärken und Werte nicht verstanden, nicht gelebt, nicht gefühlt werden. Ganz offensichtlich brauchen wir mehr Sichtbarkeit und mehr Überzeugungskraft bei der Kommunikation demokratischer Werte. Immer mehr Menschen vergessen oder haben nie gewusst, unter welch ungeheuren Anstrengungen unsere Demokratie erkämpft wurde und mit welchen Werten sie uns beschenkt hat: Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde.“
Wolfram Weimer weiter: „Die positiven Narrative deutscher Demokratiegeschichte werden zu selten und zu leise erzählt. Dies ist ein fahrlässiges Versäumnis. Schließlich befinden wir uns in einer historischen Phase, in der Autokratien weltweit auf dem Vormarsch sind. Was momentan erodiert, ist die Identifikation mit unserer Staatsform, der Demokratie. Umso leichter fällt es rechten Populisten, das Vakuum zu füllen.“
Die unheilvolle Aneignung deutscher Geschichte habe längst begonnen, so Weimer weiter: „Seit Jahren versuchen rechtsnationale Kräfte seit Jahren, das Hambacher Schloss als Wirkungs- und Kundgebungsstätte zu nutzen. Höchste Zeit also, die ikonischen Orte unserer Demokratie aufzuwerten und sichtbarer zu machen – und sie mit aller Kraft gegen rechte Vereinnahmungen schützen. Mit der Gründung des ‚Hambacher Netzwerks‘ sind die Weichen dafür gestellt. Geben wir der Demokratie und der deutschen Demokratiegeschichte eine Bühne, auf der die Menschen erleben, warum sie allen Grund haben, unserer Staatsform größte Wertschätzung entgegenzubringen und stolz darauf zu sein!“
Zum Gründungstreffen des „Hambach-Netzwerkes“ werden zahlreiche Akteure und Multiplikatoren aus Kultur, Bildung, Wissenschaft und Medien erwartet, darunter die Bundesstiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, das Haus der Geschichte in Bonn, Landes- und Bundeszentralen für politische Bildung sowie zahlreiche Verbände, die das Jubiläum unterstützen und dezentral sichtbar machen. Auch Mitglieder des Europäischen Parlaments sind eingeladen, um eine europäische Perspektive in das Netzwerk einzubringen.
Das Hambacher Schloss gilt – neben der Frankfurter Paulskirche – als einer der zentralen Erinnerungsorte der deutschen Demokratiebewegung. Die Stiftung Hambacher Schloss wird institutionell neben dem Land Rheinland-Pfalz und kommunalen Stiftern auch vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Perspektivisch plant der Bund eine Erhöhung seines finanziellen Engagements.
