Die Sicherheit im Radverkehr ist ein zentrales Anliegen der Stadt Hamburg. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Vermeidung sogenannter Dooring-Unfälle – also Unfällen, bei denen Radfahrende mit plötzlich geöffneten Autotüren kollidieren. Um beispielsweise den sogenannten „holländischen Griff“ rechtlich verbindlich vorzuschreiben, bedarf es einer Änderung im Bundesrecht. Aus diesem Grund hatte Hamburg einen entsprechenden Antrag eingereicht, der nun bei der Verkehrsministerkonferenz in Lindau am Bodensee beschlossen wurde.
Die Bundesregierung wird in dem Antrag gebeten, den sogenannten „holländischen Griff“ in die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften aufzunehmen und als verpflichtenden Bestandteil der Fahrausbildung zu verankern. Der „holländische Griff“ beschreibt das Öffnen der Autotür mit der von der Tür abgewandten Hand, sodass sich der Oberkörper automatisch zur Fahrbahn dreht und der Blick auf den nachfolgenden Verkehr gelenkt wird.
Auch soll die Bundesregierung sich dafür einsetzen, auf europäischer Ebene verpflichtende Anti-Dooring-Assistenten für Kraftfahrzeuge einzuführen. Dabei handelt es sich um Assistenzsysteme, die durch entsprechende Sensoren den Bereich neben und hinter dem Auto überwachen und ein akustisches oder visuelles Warnsignal abgeben, wenn sich ein Radfahrer nähert. Eine solche Maßnahme muss europarechtlich beschlossen werden.
Anjes Tjarks, Hamburgs Verkehrssenator: „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat für uns oberste Priorität. Jeder Verkehrsunfall, insbesondere mit Verletzten oder gar Todesopfern, ist einer zu viel. Gerade die tragischen Dooring-Unfälle sind häufig mit einfachen Maßnahmen wie dem holländischen Griff vermeidbar. Deshalb haben wir uns mit unserem Antrag auf der Verkehrsministerkonferenz dafür stark gemacht, dass der holländische Griff verbindlich vorgeschrieben wird und möglichst auch auf europäischer Ebene verpflichtende Anti-Dooring-Assistenten in Autos eingebaut werden. Darüber hinaus setzen wir schon lange auf ein umfassendes Maßnahmenpaket: Wo immer es möglich ist, trennen wir Kfz-, Rad- und Fußverkehr baulich voneinander und investieren kontinuierlich in den Ausbau und die Verbesserung der Radinfrastruktur. Wir wollen das Risiko von Dooring-Unfällen weiter reduzieren und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden in Hamburg stetig verbessern.“
