„Mit Moritz de Hadeln verliert die internationale Filmwelt eine ihrer prägenden Persönlichkeiten. Als Festivaldirektor, Filmemacher und leidenschaftlicher Förderer des Kinos hat er über Jahrzehnte hinweg die Entwicklung des europäischen und internationalen Films entscheidend mitgestaltet.
Geboren 1940 im englischen Exeter, führte ihn sein Weg zunächst über die Fotografie und den Dokumentarfilm zur Festivalarbeit. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika gründete er 1969 das Dokumentarfilmfestival in Nyon, das heutige Visions du Réel. das beide bis 1979 gemeinsam leiteten.
Internationale Anerkennung erlangte Moritz de Hadeln als Leiter weiterer bedeutender Filmfestivals. Nach seiner Zeit als Festivaldirektor in Locarno (1972 – 1979) stand er von 1980 bis 2001 an der Spitze der Berlinale und machte die Internationalen Filmfestspiele Berlin zu einem der wichtigsten Treffpunkte der weltweiten Filmbranche. In einer Zeit politischer Umbrüche gelang es ihm, Brücken zwischen Ost und West zu schlagen und dem Festival ein unverwechselbares internationales Profil zu geben. Er begründete zudem den European Film Market der Berlinale, der bis heute zu den zentralen Marktplätzen der internationalen Filmindustrie gehört.
In den Jahren 2002 und 2003 leitete de Hadeln die Internationalen Filmfestspiele von Venedig und blieb auch darüber hinaus ein geschätzter Berater, Entdecker filmischer Talente und engagierter Botschafter des Kinos. Sein Wirken war geprägt von Neugier, Weltoffenheit und dem festen Glauben an die verbindende Kraft des Films.
Moritz de Hadeln hat Generationen von Filmschaffenden begleitet, gefördert und inspiriert. Sein Name bleibt untrennbar mit einigen der bedeutendsten Filmfestivals der Welt verbunden. Die internationale Filmgemeinschaft verliert einen Visionär, dessen Leidenschaft und Engagement weit über die Leinwand hinausgewirkt haben.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Weggefährten. Sein Vermächtnis wird in der Welt des Films fortleben.“
