Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Tod von Martin Gutzeit kondoliert. Der Bundespräsident schreibt:
„Martin Gutzeit war ein Wegbereiter unseres in Freiheit und Demokratie vereinten Landes. Als mutiger Pfarrer in der DDR schuf er Freiräume inmitten der Unfreiheit und wurde zu einem führenden Kopf der Opposition. Sein christlicher Glaube gab ihm die Kraft, auch in der Diktatur nie die Hoffnung zu verlieren und für ein freies Land mit freien Menschen zu kämpfen. Der Aufruf zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei, den er im April 1989 gemeinsam mit Markus Meckel veröffentlichte, stellte das Machtmonopol der SED offen infrage und war ein Akt der Friedlichen Revolution.
Am Runden Tisch und als Abgeordneter der frei gewählten Volkskammer half Martin Gutzeit mit, die freiheitliche Demokratie in Ostdeutschland aufzubauen und die Weichen für die deutsche Einheit zu stellen. Und auch nach der Wiedervereinigung engagierte er sich als Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unermüdlich für die Opfer des Unrechts und gegen die Verharmlosung der Diktatur.
Martin Gutzeit wird unserem Land fehlen. Aber er wird ein Vorbild bleiben für Demokratinnen und Demokraten von heute und morgen. Wir werden ihn als leidenschaftlichen Streiter für Freiheit und Demokratie in Erinnerung behalten.“
Fotoquelle: Frank Ebert
