Wegner zum 100. Geburtstag von Hans Rosenthal.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erklärt zum heutigen 100. Geburtstag des Holocaust-Überlebenden und Showmasters Hans Rosenthal (2. April 1925 bis 10. Februar 1987):
„Hans Rosenthal war ein Berliner, hier in Berlin überlebte er, versteckt in einer Schrebergarten-Kolonie in Lichtenberg, die Nazi-Zeit und den Holocaust, und er blieb auch nach diesen Schreckenszeiten seiner Heimatstadt Berlin immer treu. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Hans Rosenthal in der Unterhaltungsbranche Großartiges geleistet hat. Er war Showmaster, Moderator, Publikumsliebling, prägende Gestalt in Funk und Fernsehen – und das mehr als 40 Jahre lang. Unvergessen seine Sendungen wie ‚Das klingende Sonntagsrätsel‘, ‚Wer fragt, gewinnt‘, oder die ‚Quizparade‘ und natürlich ‚Dalli, Dalli‘. Er wollte den Menschen Freude machen – und das ist ihm gelungen, in West und Ost.
Als Jude gehörte Hans Rosenthal zu den Verfolgten des Nazi-Regimes. Seine Familie und er wurden schikaniert, gequält und ihrer Rechte beraubt. Viele Angehörige, darunter sein geliebter Bruder Gert, wurden ermordet. Hans Rosenthal selbst überlebte die Shoa nur, weil ihn einige mutige Frauen aus Lichtenberg in einer Schrebergarten-Kolonie versteckten, bis der Zweite Weltkrieg zu Ende war. Wer hätte es Hans Rosenthal verdenken können, wenn ihn diese traumatische Erfahrung von Verfolgung, Verlust und jahrelanger Todesangst verbittert hätte. Doch Hans Rosenthal war von jeglichen Ressentiments frei. Er empfand keinen Hass gegen Deutschland und die Deutschen. Er wollte aber sicherstellen, dass sich Vergleichbares niemals wiederholen würde. Hans Rosenthal engagierte sich im Zentralrat der Juden und unterstützte die Rückkehr jüdischen Lebens in Deutschland. Und er erwartete die Bereitschaft der Deutschen, sich mit ihrer Geschichte, mit dem Schrecken des Nazi-Regimes und mit dem Holocaust auseinanderzusetzen.
Hans Rosenthal erinnert uns daran, dass jüdisches Leben zu Berlin gehört. Dass wir alle dieses Leben sichern müssen – und dass wir die Jüdinnen und Juden in unserer Stadt vor Antisemitismus, Hass und Hetze schützen müssen. Jeden Tag.“
Fotoquelle: TP Presseagentur