Der Hamburger Autor Mirko Bonné erhält den Hubert-Fichte-Preis 2024 des Hamburger Senats.

Dr. Carsten Brosda überreicht die Urkunde zur Preisverleihung am 31. März in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Für sein herausragendes literarisches Werk wird der Romancier, Lyriker und Literaturübersetzer Mirko Bonné vom Senat mit dem Hubert-Fichte-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird alle vier Jahre für das Gesamtwerk von in Hamburg lebenden Autorinnen und Autoren vergeben. 2024 wurde das Preisgeld auf nun 15.000 Euro verdoppelt. Mirko Bonné, 1965 in Tegernsee geboren, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Hamburg. Seine Arbeiten, die vor allem im Schöffling Verlag erscheinen, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Unter anderem waren die Romane „Nie mehr Nacht“ (2013) und „Lichter als der Tag“ (2017) für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt erschien 2023 der Roman „Alle ungezählten Sterne“.

Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Senator für Kultur und Medien: „Mirko Bonné erschafft mit feinem Gespür für Sprache und Atmosphäre Geschichten, die uns bewegen, nachdenklich stimmen und tief berühren. Mit großer poetischer Präzision und erzählerischer Kraft widmet er sich den zentralen Themen des Lebens – Erinnerung, Verlust, Liebe und das menschliche Streben nach Sinn. Seine Romane und Gedichte verbinden kunstvolle Sprachbilder mit tiefgründigen Reflexionen, immer getragen von einer außergewöhnlichen Sensibilität für die Welt und ihre Geschichten. Sein aktueller Roman ist ein wunderbares Stück Literatur aus und über Hamburg. Ich gratuliere Mirko Bonné sehr herzlich zum Hubert-Fichte-Preis 2024.“

Die Jury des Hubert-Fichte-Preises bestand aus der Buchhändlerin Marte Ohrt (Buchhandlung Blattgold), dem Kulturredakteur Oskar Piegsa (Die ZEIT), der Autorin Katrin Seddig (Hubert-Fichte-Preis 2020), der Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg (NDR) und dem Literaturvermittler Dr. Konstantin Ulmer (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky). Neben Mirko Bonné hatte die Jury noch Hans-Christian Dany, Sabine Peters sowie Monique Schwitter für den Preis nominiert.

Die Jury begründet ihre Entscheidung so: „Mirko Bonné hat ein so umfangreiches wie vielschichtiges Werk aus Romanen, Gedichtbänden, Erzählbänden, Hörspielen, sogar einem Libretto und einem Märchen geschaffen, er ist zudem ein renommierter Übersetzer, Herausgeber und Essayist. Das alles seit mehr als dreißig Jahren. Er schafft in seinen Texten Szenen und Tableaus von filmischer Eindringlichkeit, aber nicht nur in den Bildern ist er genau, die oft beklemmenden Stimmungen bauen sich dramaturgisch ausgefeilt auf, die individuellen Krisen werden für die Lesenden druckvoll erfahrbar. Seine Figuren fühlen und verhalten sich oft ambivalent, sie hadern und leiden, und sind dabei, auch wenn sie historisch angelegt sind, modern, in ihrem Denken und Fühlen. Mirko Bonné ist ein genauer Beobachter menschlicher Motivationen und menschlichen Handelns, dabei interessiert ihn der einzelne, in der Krise für sich stehende Mensch, dessen private Probleme sich an einer Gesellschaft und aus ihren Umwälzungen heraus, entfalten. Seine Sprache folgt der Ökonomie von Genauigkeit und Schönheit. Hintergründe und Fakten sind oft in sehr umfangreichem Ausmaß recherchiert, drängen sich dennoch nicht auf und spiegeln immer auch aktuelle Krisen. In seinen Romanen und Erzählungen behandelt er die großen Themen des Lebens, und ist dabei wohl, im besten Sinne, auch romantisch zu nennen. Mit seinem aktuellen Roman ,Alle ungezählten Sterne‘ hat er einen echten Hamburg- und Gesellschaftsroman geschrieben, in dem es um das Sterben und um Brücken geht, um Zorn und Versöhnung, auch das große Themen, die aktueller kaum sein könnten.“

Der Hubert-Fichte-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg wird seit 1995 alle vier Jahre im Gedenken an den Hamburger Schriftsteller Hubert Fichte (1935 – 1986) verliehen. Mit dem Preis werden Autorinnen und Autoren geehrt, die in ihrem literarischen Schaffen eine deutliche Beziehung zu Hamburg als den Ort ihrer Herkunft oder bestimmenden Prägung erkennen lassen. Vorige Preisträgerinnen und Preisträger waren Katrin Seddig (2020), Michael Weins (2016) und Tina Uebel (2012). Seit 2024 ist der Hubert-Fichte-Preis mit 15.000 Euro dotiert.

Senator Dr. Carsten Brosda überreicht die Urkunde zur Preisverleihung am 31. März 2025 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg während eines Senatsempfangs. Dieser beinhaltet auch eine Führung durch die Ausstellung „Happy Birthday Hubert Fichte!“, die am 21. März im Ausstellungraum der Staats- und Universitätsbibliothek eröffnet wird.

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