Europäischer Tag des Notrufs 112.

Von Andorra bis zum Vatikan-Staat: Eine gemeinsame Nummer rettet Leben.

Der Europäische Tag des Notrufs am 11. Februar würdigt seit 2009 die einheitliche europäische Notrufnummer 112. „Egal, wo ich mich in der EU aufhalte, mit der 112 weiß ich, wen ich im Notfall anrufen muss“, so Innenminister Georg Maier. Die 112 ist in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union gültig. Außerdem steht sie in Andorra, auf den Färöer-Inseln, in Island, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, der Schweiz, der Türkei, dem Vatikan, in Bosnien und Herzegowina sowie in Russland zur Verfügung. Die 112 verbindet den Kontinent und steht für eine Kultur des Helfens. In Deutschland kann die 112 selbst im Funkloch gewählt werden. Dann wird der Notruf automatisch über ein verfügbares Netz weitergeleitet.

Wann sollte die 112 gewählt werden?

Bei Bränden, Unfällen mit lebensbedrohlichen Verletzungen oder medizinischen Notfällen. Unter dieser Nummer wird sowohl die Feuerwehr als auch der Rettungsdienst erreicht. Die 112 funktioniert ohne Vorwahl und ist immer kostenfrei. Für weniger dringende medizinische Anliegen steht der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116117 zur Verfügung.

Welche Informationen benötigen die Leitstellen bei einem Notruf?

Die wichtigste Frage lautet: „Wo ist der Notfallort?“ Deshalb ist immer eine möglichst genaue Standortbeschreibung vonnöten – also, Ort, Straße, Hausnummer, Gebäudetyp, Zufahrtswege oder Stockwerk. Diese Angaben sind entscheidend, damit die Leitstelle schnell und gezielt Hilfe schicken kann. Ansonsten gilt: Immer auf Rückfragen warten und erst auflegen, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet hat. Das geschulte Personal erfragt alle notwendigen Informationen, um die Situation bestmöglich einzuschätzen.

Jeder Anruf wird entgegengenommen und bearbeitet. Je nach Notfall leitet die Leitstelle die Informationen an Feuerwehr und/oder Rettungsdienst weiter. Um Doppelmeldungen zu vermeiden, werden Anrufer gebeten, Namen, Adresse und Telefonnummer anzugeben. Im Ernstfall begleiten die Mitarbeitenden der Leitstelle telefonisch bei der Ersthilfe bis die Profis eintreffen.

Die wichtigsten Fakten zum Notruf 112:

•        Anruf ist immer kostenfrei,

•        Rettungsleitstellen sind 24/7 besetzt,

•        Nummer kann für Notrufe zum Rettungsdienst und zur Feuerwehr genutzt werden,

•        Notruf beginnt immer mit der Info zum Ort,

•        112 kann von überall her erreicht werden, egal ob Festnetz oder Mobiltelefon,

•        Handy braucht allerdings SIM-Karte.

Notruf-App „nora“

Die Notruf-App „nora“ ermöglicht es, ohne Sprachkontakt schnell und unkompliziert Hilfe zu rufen. Besonders für hör- und sprachbehinderte Menschen bietet „nora“ eine barrierefreie Verbindung zu den Leitstellen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei – und das bundesweit. Die App entstand in einer länderübergreifenden Kooperation und steht kostenfrei in den App-Stores zum Download bereit.

Wichtige Rufnummern in Deutschland im Überblick:

110 – Polizei 

Immer diese Nummer wählen, wenn polizeiliche Hilfe benötigt wird – etwa bei Bedrohungen, Gefahrenlagen oder Straftaten. Auch bei Verdacht auf solche Situationen ist die 110 die richtige Nummer.

116 117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst 

Die Nummer 116117 führt außerhalb regulärer Praxiszeiten zum Ärztlichen Notfalldienst. Sie ist die Anlaufstelle bei dringendem, aber nicht lebensbedrohlichem medizinischem Bedarf. Der Dienst informiert über geöffnete Bereitschaftspraxen und kann bei Bedarf einen Arztbesuch zu Hause veranlassen. Beispiele für Notfälle sind Hexenschuss, starke Übelkeit oder Durchfall, Ohrenschmerzen, Mandelentzündung sowie hohes Fieber und starke Schmerzen.

0361-730730 – Giftnotrufzentrale Erfurt 

Bei Verdacht auf Vergiftungen, etwa durch verschluckte Pflanzen, Pilze oder Chemikalien, bietet die Giftnotrufzentrale schnelle Beratung. Auch bei Fragen zu Giftpflanzen oder Haushaltsgiften hilft diese Nummer weiter. In lebensbedrohlichen Fällen immer sofort die 112 wählen.

115 – Behördenruf 

Die 115 bietet direkte Auskünfte zu Leistungen der öffentlichen Verwaltung und ist seit 2011 in Betrieb.

116 116 – Sperrnummer für elektronische Berechtigungen 

Diese Nummer dient zur Sperrung von EC- und Kreditkarten sowie anderen elektronischen Berechtigungen.

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge unterstützt bei persönlichen Krisen, etwa familiären Problemen, Mobbing, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit oder Sinnkrisen.

0800 40 40 020 – Hilfetelefon Schwangere in Not

Anonyme Beratung und Unterstützung bei vertraulicher Geburt.

116 016 – Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Beratung und Hilfe für betroffene Frauen sowie deren Angehörige, Freundinnen, Freunde und Fachkräfte.

116 111 – Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ 

Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche bei Problemen wie Mobbing, familiären Schwierigkeiten, Missbrauch, Depression oder Sucht.

0800 111 0 550 – Elterntelefon 

Beratung bei Erziehungsfragen und Sorgen um das Kind.

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