Harald-Juhnke-Platz in Berlin nun offiziell eingeweiht.

In Berlin ist heute der Harald-Juhnke-Platz offiziell eingeweiht worden.

Im Beisein von Juhnkes Witwe Susanne, seinem Sohn Oliver, dem Künstlermanager Peter Wolf sowie dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, wurde das zuvor extra verpackte Straßenschild am KuDamm unter tosendem Beifall von Juhnkes Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie den hunderten Schaulustigen (außerhalb der Absperrungen) enthüllt.

Dutzende Journalisten und Fotografen hatten alle Mühe das Geschehen zu verfolgen und aufzuzeichnen.

Zuvor bemerkte Wegner u.a., dass es nur wenige Menschen gibt, die es verdient hätten, einen eigenen Platz zu haben. Dazu gehöre Harald Juhnke.

Gesangsauftritte gab es u.a. von den Schauspielern Ben Becker („Barfuß oder Lackschuh“) sowie Carsten Speck, der 1990 von Wolfgang Lippert „Ein Kessel Buntes“ übernahm und Harald Juhnke selbst zu seinen Entertainern zählen konnte.

Rede Ben Becker bei Harald-Juhnke-Platz-Einweihung.

Einen wunderschönen Montag wünsche ich in die Runde. Ich wollte eigentlich sagen: obgleich der unchristlichen Zeit für einen Künstler wie mich…, aber das hat sich ja jetzt…

Es ist eine große Ehre, liebe Susanne, dass Du mich persönlich gebeten hast, meinerseits etwas persönliches zu diesem wunderbaren Ereignis beizutragen.

Ich hatte als junger angehender Schauspieler das Glück großartigen Kollegen bei der Arbeit zuzusehen, von ihnen zu lernen und so viel wie möglich von ihrem Können in mich aufzusaugen. Und so wurde mir auch die Ehre zuteil, immer wieder mit Harald Juhnke zusammenzuarbeiten. Unter anderen drehten wir eine Serie für das ZDF mit dem Titel „Bricks – eine Schwäche für Mord“. Harald als männliches Pendant einer Miss Marple, und ich als Autoschrauber Bommel, eine – nun wie sollte es anders sein – Kontaktperson zu Berliner Unterwelt.

Harald erschien morgens pünktlich am Drehort – selbstverständlich mit Fahrer nebst Limousine im englischen Anzug inklusive Einstecktuch: Gentlemenlike wie immer.

Dennoch ließ er das Filmteam ein bisschen auf sich warten, weil er es vorzog die mit Kopftüchern oder Burka bekleideten Hausfrauen am Kottbusser Tor bei strahlendem Sonnenschein seine Version „I’m singing in the rain“ vorzutragen und anschließend bester Laune Autogramme an sie zu verteilen.

Wenn Sie mich fragen, hätte man das Kottbusser Tor nach ihm benennen sollen.

Aber wie wir alle wissen, war der Kurfürstendamm dann letztlich doch mehr sein Zuhause. Und also dieser Platz von heute an verdientermaßen seinen Namen tragen.

An dieser Stelle, werter Regierender Bürgermeister Wegner, eine kleine Bitte an Sie und an die Stadt Berlin: Sie würden mir einen durchaus großen Gefallen tun, wenn Sie einen Straßennamen oder – von mir aus auch eine Baustelle – noch zu Lebzeiten nach mir benennen würden.

Ich habe lange gesucht und recherchiert, liebe Susanne, welch Zeilen diesem Anlass gerecht werden könnten. Und dann habe ich in einem Buch von Dir – es heißt: in guten und in schlechten Tagen – einen Text gefunden, der mir aus tiefstem Herzen spricht. Der große Mime Bernhard Minetti über seinen Kollegen Harald Juhnke: Er ist mit Selbstverständlichkeit ins klassische Fach hineingewachsen, in ursprünglicher und natürlicher Art, wobei er auf der anderen Seite mit seinem wunderbaren verführerischen Unterhaltungstalent abseits oberflächlicher Leichtigkeit ein wirklich echter Komödiant geblieben ist, von großem Wert für das Theater. Das unterscheidet ihn von vielen Kollegen. Er ist zu loben und zu lieben. Und seine Alkoholprobleme interessieren mich nicht. Auch nicht das Geschwätz der Kollegen. Er ist ein Künstler und ein Mensch. Und als solchen sehe ich ihn. Wenn andere das nicht tun, tun sie mir Leid. Sie verstehen ihn nicht. Er hat es nicht nötig, Sensationslüsternheit zu stillen: er soll spielen, spielen, spielen…

Das alleine zählt.

Prominente Besucher bei der Einweihung des Juhnke-Platzes waren u.a. der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, Dagmar Frederic, Barbara Schöne sowie der Schlagersänger Bernhard Brink.

Auch ehemalige Berliner Kultursenator Joe Chialo und die ehemalige Bundesfamilienministerin Lisa Paus gaben dem „Unikum Harald Juhnke“ die Ehre.

Fotoquellen/Video: TP Presseagentur Berlin

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