Jahresempfang in der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel in Berlin.

Knapp 300 Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus und Gesellschaft kamen am Donnerstag (26. Februar) zum Jahresempfang der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel. Marion Ackermann, seit Juni 2025 SPK-Präsidentin, war erstmals Gastgeberin dieses besonderen Abends. Zu ihren Gästen zählten u.a. der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, der auch Stiftungsratsvorsitzender der SPK ist, sowie die Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Warschau, Magdalena Saryusz-Wolska, und Sandra Richter, die das Deutsche Literaturarchiv Marbach leitet. Beide gehören dem neuen internationalen Beirat der Stiftung an.

Begrüßt wurden Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses, zahlreiche Berliner Intendantinnen und Intendanten, Museumsdirektorinnen und -direktoren sowie Chefs namhafter Unternehmen. Auch Künstlerinnen und Künstler wie Olafur Eliasson, Thomas Struth und Andreas Mühe waren unter den Gästen. In guter Tradition stellten die Einrichtungen der SPK ihre Highlights und Schwerpunkte des laufenden Jahres vor.

Carolina Brinkmann mit dem designierten „Volksbühnen“-Intendanten Matthias Lilienthal

Die Stiftungspräsidentin sagte: „Wir haben in diesem Jahr ein ganz starkes Programm – von Göbekli Tepe bis Constantin Brancusi, von Paul Cassirer bis zu Sophie Calle, von der Berliner Pressefotografie bis zum 250. Geburtstag von Königin Luise und ‚Music on Demand‘. Obwohl der Berlin-Tourismus stagniert, haben wir im vergangenen Jahr unsere Besuchszahlen mit 3,6 Millionen Gästen in den Museen gehalten. Das gibt uns neuen Schwung und motiviert uns sehr. Ich bin Bund und Ländern dankbar, dass wir ab diesem Jahr 12 Millionen Euro mehr erhalten. Die Hälfte davon wird in neue Sonderausstellungen fließen. Die brauchen wir. Besonders am Herzen liegt mir außerdem die Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Hier liegt enormes Potential. Es geht darum, dass wir uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen, gesellschaftliche Diskurse aufgreifen und anstoßen.“

Der Vorsitzende des SPK-Stiftungsrates, Staatsminister Wolfram Weimer, hob hervor: „Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bewahrt einen unvergleichlichen Schatz unserer Kulturgeschichte. Sie trägt Verantwortung dafür, ihn in Gegenwart und Zukunft sichtbar zu halten. Dafür verspricht das SPK-Jahresprogramm 2026 einen kräftigen Schub, indem sie ihre Sammlungen konsequent digitalisiert, neue Kooperationen im In- und Ausland eingeht und mit innovativen Ausstellungen sowie Bildungsangeboten noch breitere und vielfältigere Zielgruppen erreicht. Dabei unterstützen wir die Stiftung bei all ihren Vorhaben nach Kräften.“

Wie die Stiftung neue Besuchergruppen begeistern will, zeigte die Gemäldegalerie mit einem Digitalisierungsprojekt, das am Abend des Jahresempfangs online ging: In Kooperation mit Google Arts & Culture ist die weltberühmte Sammlung in bisher einmaliger Tiefe und Qualität digital erschlossen worden. Das Vorhaben umfasst die extrem hochauflösende Digitalisierung von mehr als 1.100 Gemälden, die Erstellung von mehr als 50 von der Gemäldegalerie kuratierten Online-Storys sowie eine die Inhalte bündelnde Themenseite. Damit ist das Vorhaben eines der bislang ambitioniertesten und umfänglichsten Digitalisierungsprojekte auf Google Arts & Culture weltweit. Das Projekt ist Teil einer Partnerschaft zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Unternehmen, die seit 2011 besteht.

Die Staatsbibliothek setzt stark auf das Thema KI – nicht nur als Nutzer, sondern auch in der Anwendungsentwicklung: Vorgestellt wurde das Erprobungsprojekt „Von Audio zu Text: Automatische Spracherkennung in der Stabi (ASR)“. Hierbei geht es darum, audiovisuelle Bestände zu transkribieren und in standardisierten, maschinenlesbaren Formaten bereitzustellen. Die Kartenabteilung der Staatsbibliothek übernimmt außerdem eine koordinierende Rolle im Aufbau eines kooperativen Netzwerks zur langfristigen Archivierung und Verfügbarkeit von digitalen Geodaten.

Im Stabi Kulturwerk ist überdies ab 12. Juni die Ausstellung „Im Rhythmus der Großstadt – 100 Jahre Fotografie und Presse in Berlin“ zu sehen: Seit über einem Jahrhundert ist die Pressefotografie ein Seismograph der Stadt und berichtet über Dynamik, Widersprüche und den unstillbaren Hunger nach Geschichten. Die Ausstellung mit Aufnahmen des bpk Fotoarchivs, Zeitungen aus der Sammlung der Staatsbibliothek sowie Arbeiten der Agentur OSTKREUZ führt hinein in das Wechselspiel von Journalismus, Fotografie und urbanem Leben.

KI ist auch Thema im Staatlichen Institut für Musikforschung: Der Hyper-Reproduktion in der Musik und der damit verbundenen täglichen Produktion von Millionen KI-generierter Tracks geht das Institut mit der siebten Ausgabe der internationalen Konferenzreihe „AI Music Creativity“ nach, die gemeinsam mit der TU und der UdK im September ausgerichtet wird. Die Konferenz stellt die Frage, wie automatisierte Systeme musikalische Praxis und das Hören verändern. Im Dezember startet dann im Musikinstrumenten-Museum die Ausstellung „Music on Demand: Schallplatten, Kassetten, Streaming!“, in der es um Aufnahme- und Wiedergabetechnologien geht – vor 140 Jahren wurde das Grammophon erfunden, seit zwanzig Jahren gibt es Spotify. Und weil der schöne Klang auch einer schönen Form bedarf, werden auch Meilensteine des Designs berührt.

Die Rolle Lateinamerikas in der volatilen globalen Situation ist Thema der Tagung „Umkämpfte Demokratien: Lateinamerika in transregionaler Per-spektive“ der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung (ADLAF) vom 18. bis 20. Juni im Ibero-Amerikanischen Institut. Das IAI hat seit 2024 den Vorsitz der ADLAF inne.

Dem 250. Geburtstag von Königin Luise von Preußen widmet sich das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Am 10. März wird es einen ganzen Luise-Abend in Dahlem geben – mit Vorträgen, aber auch mit persönlichen Briefen und Aufzeichnungen, Rechnungsbüchern, zeitgenössischen Karten, Drucken und Büchern, Medaillons und Erinnerungsstücken. Sie geben Einblick in Luises Leben und Aufschluss über ihre mythische Überhöhung: als Ehefrau, Mutter, politische Akteurin und Identifikationsfigur in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche.

Fotoquellen: TP Presseagentur Berlin

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