Roth: Klares Bekenntnis von Bund und Ländern / Parzinger: Großer Tag für die Stiftung – Geld wird in Qualitätsverbesserungen in den Häusern fließen.
Bundeskanzler Olaf Scholz und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben am Mittwoch (12. März) in Anwesenheit von Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Stiftungspräsident Hermann Parzinger im Bode-Museum das neue Finanzierungsabkommen für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz unterzeichnet, das am 1. Januar 2026 in Kraft treten wird.
Das Abkommen sieht eine Erhöhung der jährlichen Beiträge von Bund und Ländern zur Finanzierung der SPK ab 2026 um insgesamt 12 Mio. € vor, wovon der Bund 9 Mio. € trägt. Das bedeutet eine Steigerung des Sockelbetrags der Betriebskosten der SPK um zehn Prozent auf knapp 135 Mio. Euro. Die Zuschüsse der Länder waren – mit Ausnahme Berlins – seit 1996 nicht mehr angestiegen. Ihr Anteil am Sockelbetrag der Betriebskosten beträgt nun rd. 33,7 Mio. Euro, der Bund trägt die restlichen 75 Prozent in Höhe von rd. 101,2 Mio. Euro. Hinzu kommen Zuschüsse des Bundes und des Landes Berlin für den laufenden Betrieb und Sonderzahlungen des Bundes für Baumaßnahmen.
Das Finanzierungsabkommen ist Teil des umfangreichen Reformprozesses, den Bund und Länder gemeinsam mit der SPK angestoßen haben. Der Deutsche Bundestag hat bereits am 31. Januar 2025 mit breiter Mehrheit ein neues Gesetz über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz beschlossen, das Änderungen in der Struktur und Governance der SPK vorsieht. Das Gesetz löst das sogenannte Errichtungsgesetz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vom 25.7.1957 ab, mit dem die SPK als bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts ins Leben gerufen und ihr die Verantwortung für die Sammlungen des ehemaligen Staates Preußen übertragen wurde.
Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die auch Vorsitzende des Stiftungsrates der SPK ist, sagt: „Mit dem neuen Finanzierungsabkommen bekennen sich Bund und Länder klar zur SPK. Gemeinsam stellen wir sicher, dass die Stiftung ihre außergewöhnlichen Kunstschätze noch erfolgreicher zur Geltung bringen kann und für die Zukunft gut gerüstet ist. Das ist ein sehr wichtiges Zeichen, denn gerade in schwierigen Zeiten brauchen wir starke, effiziente und gut aufgestellte Kultureinrichtungen. Ich danke allen, die an der Reform der SPK konstruktiv mitgewirkt haben – insbesondere den Ländern und den rund 2.000 Beschäftigten der SPK, die die Reform mit viel Energie und Leidenschaft begleitet haben.“
SPK-Präsident Hermann Parzinger erklärt: „Das ist wirklich ein großer Tag für die Stiftung. Ich danke Bundeskanzler Olaf Scholz und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder von Herzen für dieses starke Signal. Mein Dank gilt auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth und ihrem Haus. Wir wissen, wie angespannt die Lage der öffentlichen Kulturhaushalte in dieser Zeit überall ist. Umso bedeutender ist dieser Schritt. Er ist auch eine Anerkennung der erfolgreichen Reformanstrengungen der Stiftung, die wir in diesem Jahr zum Abschluss bringen werden. Dem berechtigten Wunsch der Länder, dass die SPK noch stärker auch in den Ländern präsent ist, tragen wir mit einem neuen Föderalen Programm Rechnung.“
Nach den Worten des SPK-Präsidenten werde das Geld dafür verwendet, um zu Qualitätsverbesserungen in den Einrichtungen zu kommen. Dazu gehöre, die Autonomie und die Selbststeuerungsmöglichkeiten zu stärken, die Museumsteams an den jeweiligen Standorten schlagkräftiger zu machen, die Kommunikation gerade auch im Social-Media-Bereich zu verbessern, den Bereich Bildung und Vermittlung samt digitaler Präsenz massiv auszubauen und nicht zuletzt mehr Angebote für Besucherinnen und Besucher sowie Nutzerinnen und Nutzer zu machen: „Dafür braucht es Personal und auch finanzielle Mittel.“
Zum Dank überreichte Hermann Parzinger Münzpatenschaften des Münzkabinetts an den Kanzler, die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sowie an die Kulturstaatsministerin: „Wir bekommen mehr Geld und geben Patenschaften für wertvolle Münzen zurück. Bernhard Weisser und Karsten Dahmen vom Münzkabinett haben Objekte ausgewählt, die mit der Geschichte der jeweiligen Länder verbunden sind – die älteste ist eine keltische Münze, die aus der Zeit von 75-50 v. Chr. stammt, die jüngste würdigt die erste Deutsche Nationalversammlung am 6. November 1919 in Weimar.“
Mit einer Münzpatenschaft beteiligt man sich an der Dokumentation einer Münze, Medaille oder eines sonstigen Objekts des Münzkabinetts im interaktiven Münzkatalog. Der Name unter dem entsprechenden Objekt wird als Münzpate genannt. Einige der ausgewählten Münzen sind in der Dauerausstellung im Bode-Museum zu sehen, andere befinden sich im Tresor. Der Münzpate unterstützt die wissenschaftliche Dokumentation der Objekte.
Text: SPK
Fotoquellen: TP Presseagentur Berlin