Senatskanzlei verbietet Kaffeewette zugunsten der Kältehilfe – Statement von Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel.

Seit 2019 besteht die Kaffeewette, bei der ein Neuköllner Einzelhändler gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel zugunsten der Berliner Kältehilfe wettete: Kaffeespenden aus der Bevölkerung gegen eine Spende des Unternehmers. Die Kaffeewette ist seitdem von Jahr zu Jahr gewachsen – mit mehr Spenden, aber auch mit mittlerweile elf Bezirken, die in diesem Jahr mitmachen wollen.

Der Regierende Bürgermeister hat nunmehr die Durchführung der Kaffeewette in elf Bezirken untersagt. Die Senatskanzlei informierte die Berliner Bezirke darüber, dass nach der Entscheidung des Regierenden Bürgermeisters der Verdacht auf Käuflichkeit oder Bestechlichkeit bestünde. Die Entscheidung erfolgte demnach im Rahmen der Bezirksaufsicht über die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister.

Dazu erklärt Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel: „Der Regierende Bürgermeister schlägt seinen Bürgerinnen und Bürgern und den engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern seiner Stadt mitten ins Gesicht. Die gemeinsame Aktion von Unternehmen, Bürgerschaft und Politik hat ein Zeichen des Zusammenhalts gesetzt – nämlich, dass wir eine gemeinsame Verantwortung tragen und auch gemeinsam etwas ändern können. In Zeiten gesellschaftlicher Spaltungen braucht es solche Leuchttürme, damit wir unsere Filterblasen verlassen und enger zusammenrücken. Diesen Leuchtturm hat der Regierende nun ausgeknipst. Er verunsichert damit Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich für das Gemeinwohl engagieren wollen und trifft vor allem die Menschen, die am meisten auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Die Kaffeewette, die 2019 durch einen engagierten Neuköllner Unternehmer ins Leben gerufen wurde, hat unglaubliche Solidarität und tausende Kaffeespenden für die Einrichtungen der Kältehilfe in Berlin ermöglicht. Und eben jener Unternehmer hat mittlerweile weitere ehrbare Kollegen, ebenfalls Supermarktbetreiber aus ganz Berlin, für die Aktion gewinnen können. Damit ist uns gelungen, wovon wir 2019 schon geträumt haben: Dass wir in der ganzen Stadt Kaffee sammeln für obdachlose Menschen und die unterfinanzierten Einrichtungen der Kältehilfe so unterstützen. Keine Sekunde bestand dabei jemals der Verdacht auf eine Vorteilnahme. Alleine der Vorwurf einer Vorteilnahme ist schon absurd. Er verletzt nicht nur die persönliche Ehre der Spender, sondern stellt sämtliche engagierten Unternehmerinnen und Unternehmer unserer Stadt unter Generalverdacht.“

Hikel hob besonders hervor: „Spenden für das Hoffest des Regierenden Bürgermeisters sind möglich – aber nicht für die Obdachlosen in Berlin.“

Hikel weiter:

„Die engagierten Unternehmer werden online in Kommentaren beschimpft und sehen sich unter Korruptionsverdacht gestellt. Sie haben zwischenzeitlich ihre öffentliche Ankündigung für Spenden an die Kältehilfe zurückgezogen, um Schaden von sich abzuwenden. Das kann ich nachvollziehen, auch wenn es schmerzt. Als Bezirksbürgermeister muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die Korruptionsbekämpfenden des Landes und der Regierende Bürgermeister Spendenaktionen für die Kältehilfe verhindern und unsere einzigartige Aktion gestoppt haben. Als Bürger dieser Stadt bin ich fassungslos. Das Bezirksamt Neukölln wird trotz des Verbotes unserer Aktion weiterhin Kaffee sammeln. Ich rufe alle Menschen mit Herz dazu auf, sich zu beteiligen und ein Zeichen für die Kältehilfe in Berlin zu setzen.“

Kaffeespenden können vom 19. Januar bis 5. Februar 2026 im Rathaus Neukölln (Pforte) und in drei Neuköllner Bibliotheken (Gertrud-Haß-Bibliothek, Gertrud-Junge-Bibliothek und Margarete-Kubicka-Bibliothek) abgegeben werden.

Fotoquelle: TP Presseagentur Berlin

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