Startschuss für digitale Nachhaltigkeitsberichterstattung – Neues Tool unterstützt KMU bei der Erstellung von VSME-Berichten.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) haben heute ein neues, digitales Tool vorgestellt, das Unternehmen die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten deutlich vereinfachen soll. Das Tool basiert auf dem freiwilligen Berichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen „Voluntary Standard for Small and Medium-sized Enterprises“ (VSME) und ermöglicht eine effiziente, bürokratiearme Berichterstattung.

Steigende Bedeutung des VSME-Berichtsstandards.

Mit dem Omnibus-I-Paket der EU, das die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) deutlich einschränkt, gewinnt der freiwillige VSME-Standard stark an Bedeutung. Zwar sind viele kleine und mittlere Unternehmen künftig nicht mehr direkt berichtspflichtig, doch bleiben sie weiterhin mit Informationsanfragen von berichtspflichtigen Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette konfrontiert. Dieser sogenannte „Trickle-Down-Effekt“ kann zu bürokratischen Belastungen führen. Genau hier setzt der VSME-Standard an: Er bietet einen einheitlichen Rahmen und verbindliche Standards und soll künftig als Obergrenze für die Bereitstellung von Nachhaltigkeitsinformationen in Wertschöpfungsketten dienen.

Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand:

„Heute ist ein guter Tag für unseren Mittelstand. Wir machen Nachhaltigkeitsberichterstattung einfacher. Digital. Effizient. Klar. Viele kleine und mittlere Unternehmen sind zwar selbst nicht berichtspflichtig. Aber Kunden, Banken, Partner fragen Daten ab. Das kostet Zeit. Und Nerven. Genau hier setzen wir an. Mit dem VSME-Modul entlasten wir unsere KMUs. Wir schaffen einen klaren Rahmen. Ein Standard. Für alle verständlich. Für alle nutzbar. Unternehmen erfassen ihre Daten einmal – und können sie mehrfach verwenden. Das spart Aufwand. Und schafft Sicherheit. Mit der neuen Finanzmarktstelle gehen wir noch einen Schritt weiter. Unternehmen bekommen leichter Zugang zu Finanzierung. Banken erhalten verlässliche und vergleichbare Informationen. Unser Ziel ist klar: Weniger Bürokratie. Mehr Klarheit. Mehr Vertrauen. Für einen starken Mittelstand.“

Philipp Amthor, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung:

„Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung – das ist der Anspruch dieser Bundesregierung. Mit dem VSME-Tool setzen wir genau das um. Das Tool verbindet, was erfolgreiche Verwaltungsmodernisierung ausmacht: digitale Effizienz, rechtliche Klarheit und Praxistauglichkeit. Entwickelt im engen Austausch mit Unternehmen, ermöglicht es eine standardisierte, bürokratiearme Berichterstattung. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag, Bürokratie abzubauen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu stärken.“

Das neue VSME-Tool: Digital und praxisnah

Das neue digitale Tool soll Unternehmen in der Anwendung des VSME-Standards bestmöglich unterstützen, um die Erwartungen von Banken, Geschäftspartnern und Kunden zu erfüllen. Unternehmen steht das digitale VSME-Tool ab sofort kostenfrei auf der Plattform des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) zur Verfügung. Es führt die Unternehmen schrittweise durch den Berichtsprozess. Ein interaktiver Assistent bietet Unterstützung in Form von Definitionen, Anwendungshinweisen und praxisnahen Beispielen. Die über die Plattform erstellten VSME-Berichte können zusätzlich einen Plausibilitätscheck durchlaufen. Berichte, die den Plausibilitätscheck absolviert haben, erhalten das DNK-Signet.

Darüber hinaus unterstützt das VSME-Tool die Unternehmen dabei, strategische Potenziale zu erschließen. Die Analyse der eigenen Wertschöpfungskette liefert wertvolle Impulse für Veränderungsprozesse, um Geschäftsmodelle resilienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten.

Ausblick: Finanzmarktschnittstelle für den sicheren Datenaustausch mit Banken

Im Rahmen von Kredit- oder Versicherungsanträgen verlangen Banken und Versicherungen von Unternehmen individuelle Angaben zu Nachhaltigkeitsinformationen. Derzeit entwickelt der DNK eine Finanzmarktschnittstelle, die den sicheren und standardisierten Transfer von nachhaltigkeitsbezogenen Daten an Finanzinstitute ermöglicht. Grundlage sind die bereits vorhandenen Nachhaltigkeitsinformationen aus der Berichterstattung. Künftig werden Unternehmen ihre Daten nur noch einmal eingeben und diese bei Bedarf an Banken übermitteln.

Hintergrundinformationen:

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), entwickelt vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), unterstützt seit 2011 Unternehmen beim Nachhaltigkeitsreporting. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) finanziert seit 2024 die Weiterentwicklung des DNK. Seit 2025 bietet der DNK eine kostenlose Plattform an, die die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten erleichtert. Sie führt Unternehmen Schritt für Schritt durch den Berichtsprozess und besteht aus mehreren Modulen: Das VSME-Modul richtet sich an freiwillig berichtende Unternehmen und der Zukunfts-Kompass Handwerk an Handwerksbetriebe. Das „ESRS Set 1“-Modul richtet sich an direkt CSRD-berichtspflichtige Unternehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt die Weiterentwicklung des DNK durch, der RNE begleitet die Weiterentwicklung beratend.

Weitere Informationen: https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de

Fotoquellen: TP Presseagentur Berlin

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