Das kaputte Regal, die defekte Waschmaschine – regelmäßig wird Sperrmüll illegal auf der Straße entsorgt. Der Berliner Senat hat deshalb im letzten Jahr die Bußgelder für solche Tatbestände erhöht. Die Kampagne „Einfach abstellen hat seinen Preis“ informiert ab sofort zu den Kosten der illegalen Ablagerungen und informiert, wie Sperrmüll korrekt entsorgt werden kann. Zentraler Anlaufpunkt ist die Webseite berlin.de/stadtsauberkeit
Illegale
Ablagerungen sind in den zurückliegenden Jahren zu einem immer größeren
Ärgernis geworden. Solche Ordnungswidrigkeiten beschäftigen zahlreiche
Behörden: die Ordnungsämter, die Berliner Forsten – und natürlich die Berliner
Stadtreinigung (BSR). Letztlich kostete ihre Beseitigung die Berlinerinnen und
Berliner allein im vergangenen Jahr mehr als 13 Millionen Euro.
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU)
möchte mit der Kampagne „Einfach abstellen hat seinen Preis“ das Thema illegale
Müllentsorgung noch stärker in den Fokus rücken. Ute Bonde, Senatorin für
Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, hat am Samstag gemeinsam mit der
BSR-Vorstandsvorsitzenden Stephanie Otto und Bezirksstadtrat Christopher Schriner
die Kampagne vorgestellt. Genutzt wurde dafür der „Kieztag“ in Mitte, ein
Angebot des Bezirks in Kooperation mit der BSR, auf dem Bürgerinnen und Bürger
kostenlos ihren Sperrmüll abgeben konnten.
Senatorin Ute Bonde: „Unsere Kampagne richtet sich an diejenigen, die
ihren Sperrmüll, ihre Elektrogeräte, ihren Schrott im öffentlichen Raum
abstellen und damit ihr Problem buchstäblich bei anderen abladen. Ein solches
Verhalten ist keine Bagatelle – sondern eine Sünde an der Natur und an der
Gesellschaft, die mit angemessenen Bußgeldern geahndet wird. Unsere Kampagne
will aber auch die vielen Möglichkeiten der legalen Entsorgung aufzeigen – so
wie hier beim Kieztag der BSR in Mitte. Ich bedanke mich bei allen, die solche
Angebote schon jetzt nutzen – und natürlich auch bei den vielen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BSR, der Ordnungsämter, der Berliner
Forsten und bei den vielen Ehrenamtlichen, die für Sauberkeit in unserer Stadt
sorgen.“
Stephanie Otto, Vorstandsvorsitzende der BSR: „ Für die Bürgerinnen und
Bürger unserer Stadt gibt es viele gute Angebote zur Abfallentsorgung, z.B. die
14 BSR-Recyclinghöfe, den günstigen BSR-Sperrmüll-Abholservice, die Tiptapp-App
zur Transporthilfe bei der Sperrmüllentsorgung sowie die entgeltfreien
Kieztage, die von jedem Berliner Bezirk in Kooperation mit der BSR angeboten
werden. Auch für Gewerbetreibende existieren in Berlin zahlreiche legale
Möglichkeiten für die Entsorgung von Abfällen. Am heutigen Kieztag hier in
Mitte sehen wir, dass viele Berlinerinnen und Berliner bereits
verantwortungsvoll und im Sinne ihrer Stadt handeln. Die BSR unterstützt die
Bürgerinnen und Bürger hierin durch umfassende Aufklärung, bspw. mit digitalen
Informationsangeboten, regelmäßigen Sauberkeitskampagnen und unserem beliebten
„Kehrenbürger“-Projekt. Darüber hinaus ist aber auch die konsequente Ahndung
von Gesetzesverstößen wichtig, denn nichts Anderes sind illegale Ablagerungen.
Hier hat die Politik schon vieles auf den Weg gebracht – und genau hier setzt
auch die aktuelle Bußgeld-Kampagne an.“
Christopher Schriner, Bezirksstadtrat Mitte: „Müll verbindet uns im Ärger und trennt uns im Verhalten. Gerade deshalb ist der Zustand des öffentlichen Raums kein Nebenthema, sondern eine Frage von Respekt, Lebensqualität und Verantwortung. Müll bindet Kräfte, die eigentlich Grün pflegen und Kieze gestalten sollten. Deshalb setzen wir auf Öffentlichkeitsarbeit, Prävention, bessere Angebote und konsequente Ahndung. Der Bezirk und das Land handeln – dauerhaft sauber wird es aber nur, wenn alle den öffentlichen Raum wieder als gemeinsame Sache begreifen.“
Die Kampagne zur Stadtsauberkeit wird einen Monat lang berlinweit ausgespielt. Im Layout eines Möbelkatalogs thematisiert die Kampagne die neuen Bußgelder für illegale Ablagerungen, die im Herbst vergangenen Jahres spürbar erhöht worden sind. Wer beispielsweise Stühle, Tische, Matratzen oder ausgediente Kinderwägen rechtswidrig auf Straßen oder in Grünanlagen abstellt, muss mit bis zu 1.500 Euro Strafe rechnen. Für größere Möbelstücke wie Sofas drohen bis zu 4.000 Euro, eine Waschmaschine sowie Elektrogeräte wie Lampen kosten den Müllsünder bis zu 15.000 Euro. Der neue Bußgeldkatalog belegt Autoreifen bis zu fünf Stück mit einem Bußgeld von 700 bis 3.500 Euro. Handelt es sich um mehr Reifen, ist ein Bußgeldrahmen von bis zu 20.000 Euro vorgesehen. Wer einen Autoreifen legal bei der BSR entsorgt, muss dafür nur 3 Euro auf den Tisch legen.
Die Informationen werden in mehreren Sprachen auf den sozialen Netzwerken ausgespielt, sind auf Citylightplakaten und im Berliner Fenster zu sehen. Informationsmaterialien und die Webseite unter berlin.de/stadtsauberkeit unterfüttern die Kampagne mit Details zu den Bußgeldern und zu legalen Entsorgungsmöglichkeiten.
Fotoquelle: By Herzi Pinki – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40291315
