Gefangene der Berliner Justizvollzugsanstalt „Heidering“ im brandenburgischen Großbeeren empört wegen verschärfter Ein- und Aufschlusszeiten.

„Mit Entsetzen mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass aufgrund des andauernden Personalmangels in der JVA Heidering ab dem 1. Juni 2019 neue Einschlusszeiten gelten sollen“, hieß es kürzlich in einem – auch der TP Presseagentur zugegangenen – Schreiben der Gesamtinsassenvertretung  (GIV) der Anstalt an die zuständige und verantwortliche Berliner Senatsverwaltung für Justiz.

„Sicherlich haben wir für die Lage der Anstaltsleitung der JVA Heidering Verständnis, jedoch fehlt uns jedwedes Verständnis, dass dies auf den Rücken des AVD’s (Allgemeinen Vollzugsdienstes) und der Inhaftierten ausgetragen wird“, argumentierte die GIV dann doch eher zurückhaltender.

Dennoch: Der Personalmangel sei ein reines Organisationsverschulden der Senatsverwaltung für Justiz, welche „anscheinend nicht in der Lage ist dieses Problem zu lösen“. Es würden zwar Anwärter ausgebildet, die jedoch nach der Ausbildung in andere Bundesländer abwanderten, da dort die Bezahlung besser sei und somit feststehen dürfte, „dass hier Berliner Steuergelder verschwendet werden“.

Abhilfe könnte es z.B. durch Verträge – wie bei der BVG gestaltet – geben, welche die Justizbeamtenanwärter an das Land Berlin bänden, machten die Gefangenenvertreter dann Vorschläge über eine mögliche Behebung der Vollzugsmisere aus ihrer Sicht.

Stattdessen würde die JVA Heidering „mit der Personallage alleine gelassen, so dass viele Vollzugsbedienstete frustriert sind über die enorme Arbeitsbelastung, die auch auf Kosten der Resozialisierung der Inhaftierten geht“. Daran würden auch bestimmt nicht die neuen Ein- und Aufschlusszeiten etwas ändern, eher im Gegenteil: Da weitaus mehr geschlossen werden müsse als bisher, da auf einer Ebene je Haus jeweils nur 2 Stationen offen sind, Sportgruppen und andere Gruppen, an denen Inhaftierte teilnehmen, die auch unter Einschluss sind, müssten jeweils extra aufgeschlossen werden, was im Klartext hieße: „Die Bediensteten müssen weitaus  mehr laufen, um jeden Einzelnen aufzuschließen oder einzuschließen.“ Eine Entlastung der Justizvollzugsbeamten, so die Gefangenenvertreter, sähe anders aus und dürfte den Frust eher noch verstärken. „Wir fordern die Senatsverwaltung für Justiz auf, hier umgehend Abhilfe zu schaffen“ hieß es abschließend in dem Schreiben der GIV.

Auf Nachfrage der TP Presseagentur Berlin bei der Berliner Justizverwaltung, wurde uns in der letzten Woche mitgeteilt: „Die Senatsverwaltung für Justiz ist mit der JVA Heidering über einen neuen Tagesablaufplan im Gespräch. Mit einem Ergebnis ist in den nächsten Wochen zu rechnen.“

Auf eine weitere Anfrage der TP Presseagentur beim Justizsenat, ob die Gesamtinsassenvertretung an diesem Gespräch beteiligt würde, blieb die Justizverwaltung eine Antwort schuldig.

Am Dienstag hieß es nun vonseiten der GIV gegenüber der TP Presseagentur, die Sache „sei vom Tisch“.

Eine Bestätigung dazu von der Berliner Justizverwaltung gegenüber der TP Presseagentur gab es bisher nicht.

Fotoquelle: Von Foto: Sven Wolter, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27934515

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*