10.000 Hitzetote mahnen zum Handeln statt Diskutieren.

30.07.2026.

Fast 10.000 hitzebedingte Tote hat das RKI in seiner neuesten Statistik bereits in diesem Jahr gezählt. So viele wie seit 2016 nicht mehr. Angesichts dieser Zahlen weist die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf den dringenden Handlungsbedarf bei der Ausstattung der Krankenhäuser mit Kühltechnik hin. Nur ein Bruchteil der Patientenzimmer in deutschen Kliniken kann gekühlt werden. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß: 

„Die aktuellen Rekordzahlen zu den Hitzetoten müssen genauso wie die jüngsten Daten zur hitzebedingten Übersterblichkeit die Politik endlich wachrütteln. Nur ein Bruchteil der Patientenzimmer in deutschen Krankenhäusern verfügt über Kühltechnik. Statt einer weiteren ziellosen Debatte über Hitze und Hitzeschutz, wie wir sie regelmäßig in jedem Sommer führen, benötigen die Krankenhäuser jetzt konkrete Unterstützung bei der Ausstattung ihrer Gebäude mit Kühltechnik. In einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts haben fast alle befragten Kliniken angegeben, dass die Nachrüstung mit Kühlanlagen bei ihnen an fehlenden Mitteln scheitert. Das überrascht nicht, kommen doch die Länder seit Jahrzehnten ihrer Pflicht zur vollständigen Finanzierung der Investitionskosten der Kliniken nicht nach. Aktuell sind gerade einmal 60 Prozent dieser Kosten gedeckt. Diese Mittel fließen dann nicht in Kühltechnik, sondern in Bauten und Geräte, die für die unmittelbare Versorgung unverzichtbar sind. 

Überhitzte Zimmer treffen mit Patientinnen und Patienten besonders vulnerable Personen, die noch einmal stärker auf Hitze reagieren als Gesunde. Darüber hinaus können wir unseren Beschäftigten nicht mehr zumuten, in überhitzten Räumlichkeiten zu arbeiten. Wenn Hitzeperioden länger andauern, Gebäude auch über Nacht nicht mehr abkühlen, kommen Improvisationen wie Fensterverschattung oder Ventilatoren an ihre Grenzen. Dann hilft nur noch aktive Kühlung. Ein Blick in unser nördliches Nachbarland erstaunt dabei: In Dänemark, dessen Temperaturrekorde nicht ansatzweise an die deutschen heranreichen, werden Krankenhäuser grundsätzlich mit Kühltechnik wie Klimaanlagen und reversiblen Wärmepumpen ausgestattet oder schrittweise nachgerüstet. In Deutschland bleibt das gekühlte Patientenzimmer die absolute Ausnahme. Kurzfristig benötigen wir jetzt Kühltechnik, lang- und mittelfristig müssen die Krankenhäuser in die Lage kommen, sich klimawandelgerecht umbauen und modernisieren zu können. Wir haben dazu bereits ein auf einer wissenschaftlichen Studie beruhendes mehrjähriges Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro vorgeschlagen. Die finanziellen Mittel dazu stehen im Rahmen des Sondervermögens zum Klimaschutz zur Verfügung. Statt weiterer Diskussionen und Sonntagsreden müssen die Verantwortlichen jetzt entscheiden und handeln.“

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