KIEL. Die Saxophonistin Asya Fateyeva aus Großhansdorf (Kreis Stormarn) und der in Kiel geborene Theaterkünstler und Schauspieler Rainer Bock werden in diesem Jahr mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Den Förderpreis erhält die bildende Künstlerin Nele Golle aus Esgrus (Kreis Schleswig-Flensburg). Das teilte Ministerpräsident Daniel Günther heute (2. September) in Kiel mit.
„Asya Fateyeva und Rainer Bock stehen auf ganz unterschiedlichen Bühnen – und beide begeistern gleichermaßen ihr Publikum weit über Schleswig-Holstein hinaus: Asya Fateyeva mit ihrer Musik, Rainer Bock mit seinem Schauspiel. Mit ihnen ehren wir zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten, die unserem Land auf ganz eigene Weise verbunden sind. Sie zeigen, wie vielfältig und lebendig die Kunst in Schleswig-Holstein ist, und dieses Zeichen setzen wir auch mit der Aufteilung des renommierten Preises“, sagte Günther. So habe Asya Fateyeva, eine Saxophonistin mit ukrainischen Wurzeln, vor zwei Jahren als Porträtkünstlerin beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) unzählige Besucherinnen und Besucher begeistert – „mich eingeschlossen“, so Günther. Sie unterrichtet seit 2017 an der Musikhochschule Lübeck, ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, spielt Konzerte mit großen Orchestern und gastiert neben dem SHMF bei weiteren zahlreichen renommierten Musikfestivals im In- und Ausland.
Rainer Bock hat seine Wurzeln in Schleswig-Holstein und startete 1982 als Theaterschauspieler auf den Bühnen Kiels und am Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Heute ist er einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Seit 1989 stand er in über hundert Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera und erhielt zahlreiche Preise, unter anderem für seine Rolle in der Fernsehserie „Das Boot“. „Rainer Bock gibt seinen Rollen eine ganz eigene Tiefe. Sie bleiben im Gedächtnis. Dass er seiner Heimat bis heute eng verbunden ist und für Auftritte und Lesungen immer wieder zurückkehrt, freut mich sehr“, sagte Günther über den in München lebenden Schauspieler.
Die bildende Künstlerin Nele Golle arbeitet hauptsächlich mit Glas. Mit ihrer Kunst möchte sie den Menschen ein Bewusstsein für die Umwelt und die Natur vermitteln. Sie ist ausgebildete Glasveredlerin und studierte am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz. „Nele Golle zeigt mit ihren Arbeiten, wie vielseitig Glas als Werkstoff ist und wie Kunst unseren Blick auf Natur und Umwelt schärfen kann. Der Förderpreis soll ihr Rückenwind für ihren weiteren künstlerischen Weg geben“, sagte der Ministerpräsident.
Die beiden Hauptpreise sind mit je 10.000 Euro, der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Verleihung der Preise findet im Spätherbst durch den Ministerpräsidenten statt.
Der Kunstpreis des Landes wird seit 1950 verliehen. Geehrt werden alle zwei Jahre Künstlerinnen und Künstler, die in Schleswig-Holstein geboren sind, im Land wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben. Preisträgerinnen und Preisträger sind unter anderem Hans Peter Kuhn, Dörte Hansen, Detlef Buck, Sabine Meyer, Klaus Florian Vogt und Lars Jessen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Kunstpreis geteilt wird: Im Jahr 2006 wurden die Schriftsteller Feridun Zaimoglu und Jochen Missfeldt mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.
Der Ministerpräsident verleiht den Preis auf Vorschlag des künstlerischen Beirats unter Vorsitz von Kulturministerin Dr. Dorit Stenke.
