Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Woche der Welthungerhilfe.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, der vergangene Sommer hat auch uns eindringlich vor Augen geführt, was der Klimawandel anrichtet. Wo Regen ausbleibt, brennen Wälder, trocknen Flüsse aus, verdorren Felder, gehen Ernten verloren. Wetterextreme häufen sich, bei uns in Deutschland, in Europa und weltweit.

Dramatisch sind die Folgen aber vor allem für Menschen in Ländern, in denen Not herrscht, in denen Krieg und Armut den Alltag bestimmen. Sie leiden ganz besonders unter Ernteausfällen; auf Hunger folgt Gewalt, auf Gewalt folgt Hunger. Und doch, es gibt Wege, diesen Teufelskreis aufzubrechen: Saatgut spielt hier eine entscheidende Rolle, wie ein Beispiel aus der zentralafrikanischen Republik zeigt. Dort ist es gelungen, eine zertifizierte Produktion von Saatgut aufzubauen, die Herstellerinnen und Hersteller auszubilden und sie in einem Netzwerk zusammenzubringen – einem Netzwerk, das den Anbau und Verkauf widerstandsfähiger Samen ermöglicht, solcher Samen, die auch dem Klimawandel trotzen. Was daraus wächst, ist weit mehr als eine gute Ernte: Mais, Maniok, Bohnen, Erdnüsse, Sesam, Reis und Sorghum – all das ernährt die Menschen vor Ort und schafft zugleich die Grundlage für ein besseres Einkommen, insbesondere für Frauen.

So wie für Prudence, eine Frau Anfang vierzig, die nicht nur ihre eigenen sechs Kinder versorgen kann, sondern auch weitere Familienangehörige. Und sie übernimmt Verantwortung als Vizepräsidentin einer Kooperative, die solches zertifiziertes Saatgut produziert und verkauft. Die Einnahmen wiederum werden in der Kooperative aufgeteilt und verbessern so das Leben vieler Familien.

Die Welthungerhilfe unterstützt allein in Zentralafrika mehr als 300 dieser Netzwerke. Ich wünsche mir, dass sie ihre wichtige Arbeit fortsetzen und ausbauen und damit Menschen in vielen Teilen der Welt helfen kann. Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, können dazu beitragen – mit Ihrer Spende zugunsten der Welthungerhilfe. Ich danke Ihnen herzlich dafür!

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