Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma.
Zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma nimmt der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand, heute an der internationalen Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau teil. Dazu erklärt er:
„Am Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma gedenken wir in Auschwitz-Birkenau der Opfer, die vom Terror-Regime des Nazis verfolgt, interniert und barbarisch ermordet wurden.
In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 ermordete die SS die rund 4.300 überlebenden Sinti und Roma in diesem Teil des Lagers. Es waren Menschen, die ihr eigenes Leben, Familie, Freunde, Hoffnungen und Träume hatten – und die Opfer eines barbarischen Regimes wurden. Dieses Verbrechen steht für den Völkermord an rund 500.000 Sinti und Roma in Europa.
Ich verneige mich im Namen der Bundesregierung vor den Opfern und ihren Familien und Nachkommen.
Die Stimmen der Überlebenden werden über 80 Jahre nach dem Ende des Nazi-Regimes weniger. Die Verantwortung aller wird umso größer. Es liegt jetzt an uns allen, die Erinnerung wachzuhalten, die Geschichte weiterzutragen und jeder Form von Antiziganismus, Rassismus und Menschenverachtung gemeinsam entschieden entgegenzutreten.
Auch in diesem Jahr sind Jugendliche und junge Erwachsene aus 19 europäischen Ländern nach Auschwitz-Birkenau gereist, um sich mit der Geschichte der Ermordeten und der Erinnerung zu beschäftigen. Sie verkörpern das Versprechen, dass wir gemeinsam die Erinnerung wachhalten und gemeinsam für eine bessere Zukunft arbeiten.
Das demokratische Deutschland steht zur historischen Verantwortung für den Völkermord an den Sinti und Roma Europas. Holocaust und Nazi-Terror zeigen so klar wie brutal, wohin es führen kann, wenn Menschen brutal verfolgt und zu einer Bedrohung stilisiert werden. Wir treten jeder Form von Menschenverachtung entschieden entgegen und verteidigen die Rechte und die Würde aller Menschen.“
