Die Bundesregierung hat sich auf Entlastungen bei den hohen Sprit- und Energiepreisen geeinigt. Zu den geplanten Maßnahmen eine Einschätzung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):
„Die bislang angekündigten Entlastungsmaßnahmen der
Bundesregierung bei den Energiepreisen greifen zu kurz und sind in Teilen sogar
kontraproduktiv. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel
birgt die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Entlastung nicht bei den
Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, sondern auf den Konten der
Mineralölkonzerne landet. Gleichzeitig setzt sie falsche Anreize, da sie den
notwendigen Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr nicht unterstützt und
damit den Preisdruck an anderer Stelle eher verstärken kann.
Auch die steuerfreie Einmalzahlung von bis zu 1.000 Euro durch Arbeitgeber ist
kein zielgenaues Instrument. Sie kommt vor allem Beschäftigten in größeren und
finanzstarken Unternehmen zugute, während viele andere Gruppen leer ausgehen –
etwa Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner, Studierende oder Beschäftigte in
kleinen Betrieben. Die Maßnahme ist damit sozial unausgewogen und erreicht
gerade die besonders belasteten Haushalte nur unzureichend.
Insgesamt weist das Maßnahmenpaket eine deutliche soziale Schieflage auf. Dies
droht die gesellschaftliche Akzeptanz für die wirtschaftspolitischen Maßnahmen
der Bundesregierung zu untergraben. Entscheidend wäre eine stärker
zielgerichtete Entlastung, die insbesondere Haushalte mit niedrigen und
mittleren Einkommen in den Blick nimmt.“
