Evaluation habe Wirksamkeit des Familienrats bestätigt.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und das Berliner Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf haben heute die Ergebnisse der Evaluation zum Familienrat in Marzahn-Hellersdorf vorgestellt. Der Familienrat soll Familien dabei helfen, in schwierigen Situationen gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Unterstützung aus ihrem persönlichen Umfeld zu nutzen. Dadurch können Familien stabilisiert und Hilfen besser auf ihre Bedürfnisse abgestimmt werden. In einigen Fällen trägt der Familienrat dazu bei, eine stationäre Unterbringung zu vermeiden und den Verbleib der Kinder in ihrer Familie zu ermöglichen.

Katharina Günther-Wünsch, Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Der Familienrat zeigt, was gute Jugendhilfe leisten kann: Wir sprechen nicht über Familien, sondern finden gemeinsam mit ihnen Lösungen. Dabei stärken wir Eltern und Kinder und beziehen gezielt die Menschen ein, die ihnen nahestehen. So können Familien eigene Ressourcen nutzen und tragfähige Wege aus schwierigen Situationen entwickeln. Die Evaluation zeigt, dass dieser Ansatz wirkt: In 31 von 95 untersuchten Fällen konnte eine Herausnahme der Kinder aus ihren Familien vermieden werden, in 42 Prozent der Fälle wurden ergänzend professionelle Hilfen vereinbart. Diese Erfahrungen wollen wir für ganz Berlin nutzen. Unser Ziel ist es, den Familienrat in den Bezirken verbindlicher zu verankern und berlinweit einheitliche Qualitätsstandards zu schaffen.“

Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit in Marzahn-Hellersdorf: „Marzahn-Hellersdorf hat seit längerer Zeit einen hohen Bedarf an Unterstützung für Familien. Wir haben die meisten Alleinerziehenden, wir haben Regionen mit Armut und schlechter Bildung und sind der Bezirk, der als Jugendamt am meisten in Familien unterstützt. Seit längerer Zeit sehen wir uns als elternaktivierendes Jugendamt. Am erfolgreichsten ist es, wenn Familien von sich aus oder mit wenig Hilfe in der Lage sind, für das gute und gesunde aufwachsen unserer Kinder zu sorgen. Dazu trägt der Familienrat ganz explizit bei. Bevor wir mit externen Fachkräften in die Familien gehen oder sogar die Kinder aus Familien herausnehmen müssen, nutzen wir das Instrument des Familienrates und setzten dort an, wo die größten Bedarfe in der Lebensrealität unserer Familien sind. Wir versuchen die Ursachen zu bekämpfen, nicht nur die Wirkungen abzumildern. Das ist pädagogisch, ökonomisch und bildungspolitisch der beste Weg. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen meines Jugendamtes, die diesen Weg mit uns gegangen sind und dazu beigetragen haben, den Familienrat zu einem Erfolgsprojekt für ganz Berlin werden zu lassen und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie der Senatsverwaltung für Finanzen, die uns auf diesem Weg finanziell unterstützen.“

Beim Familienrat entwickelt eine Familie gemeinsam mit Menschen, denen sie vertraut – etwa Verwandten, Freundinnen und Freunden oder anderen Bezugspersonen – einen Plan für die Lösung einer schwierigen Situation. Dabei wird sie von speziell qualifizierten Koordinatorinnen und Koordinatoren unterstützt. Das Jugendamt bleibt verantwortlich und stellt sicher, dass der Schutz und die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden.

Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wurden im Zeitraum von Februar 2022 bis März 2026 insgesamt 567 Familien ein Familienrat angeboten. Die Evaluation untersuchte, wie der Familienrat auf Familien und junge Menschen wirkt, wie sich der Implementierungsprozess im Bezirk vollzogen hat, wie der Familienrat im Kontext des Kinderschutzes eingesetzt wird, welche fiskalischen Wirkungen sich zeigen und welche Gelingensbedingungen konturiert werden können.

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