Er wurde vor 30 Jahren Opfer eines rassistischen Anschlags in Mahlow und war seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Im Rahmen der Demokratiewoche hat die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow heute mit einer Gedenkveranstaltung an das Schicksal des britisch-jamaikanischen Bauunternehmers Noël Martin erinnert. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte in seiner Rede: „Noël Martin steht für mich wie kaum ein anderer für Mitmenschlichkeit im Angesicht des Hasses. Für Freundlichkeit als Antwort auf Hetze. Und für Versöhnung als den besten Weg in die Zukunft.“
Woidke weiter: „Noël Martin ist ein Vorbild. Er hat in bewundernswerter Weise auf schlimmste Gewalt reagiert hat. Bis zu seinem Tod im Jahr 2020 hat Noël Martin unermüdlich gegen Rassismus und für die Menschenwürde und Verständigung gekämpft – trotz des Leids, das er ertragen musste. Das ist sein Vermächtnis und es wirkt bis heute nach. Der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow bin ich dankbar, dass sie die Erinnerung an ihn wachhält und dies auch im Rahmen einer Demokratiewoche geschieht.“
Woidke dankte auch dem stellvertretenden Botschafter des Vereinigten Königreichs, Kieran Drake, für sein Kommen: „Wir setzten gemeinsam ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, gegen Gewalt und für den Zusammenhalt in einer freien, friedlichen und offenen Gesellschaft.“
Woidke machte in diesem Zusammenhang auf die Ausstellung „Kein schöner Land“ über die Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg aufmerksam. Er appellierte: „Unsere Demokratie muss jeden Tag verteidigt und mit Leben gefüllt werden. Wir alle tragen dabei die Verantwortung, nicht wegzusehen und für eine offene Gesellschaft einzutreten, in der jeder Mensch in Würde und in Sicherheit – frei von Angst und Diskriminierung – leben kann. Wir sind es Noël Martin schuldig, dass wir seine Botschaft der Versöhnung und des Friedens auch weiterhin mit Leben füllen und uns mit dem gleichen Engagement wie er gegen Rassismus und Fremdenhass stellen.“
Hintergrund:
Noël Martin
Noël Martin (1959–2020) war ein britisch-jamaikanischer Bauunternehmer, der 1996 Opfer eines schweren rassistischen Anschlags im brandenburgischen Mahlow wurde. Während einer Verfolgungsjagd warfen zwei rechtsextreme Täter einen schweren Feldstein in sein Auto, woraufhin Martin die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und verunfallte. Infolge des Angriffs blieb er zeitlebens vom Kopf abwärts querschnittsgelähmt und verstarb im Jahr 2020 an den Spätfolgen. Die Täter wurden Ende 1996 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Noël Martin setzte sich trotz der schweren Folgen des rassistischen Überfalls über viele Jahre hinweg für Verständigung, Begegnung und den Kampf gegen Rassismus ein.
Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt
Die Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt findet vom 15. bis 21. Juni 2026 in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow statt. Anlass der Themenwoche ist das mahnende Jubiläum des rassistisch motivierten Anschlags auf Noël Martin, der sich am 16. Juni 2026 zum 30. Mal jährt. Die Gemeinde setzt damit, unterstützt von zahlreichen Vereinen und Initiativen, ein klares Zeichen für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus. Die Aktionswoche soll Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement für eine offene und demokratische Gesellschaft schaffen.
Weitere Informationen zur Woche für Demokratie und Vielfalt können Sie folgender Webseite entnehmen: https://www.blankenfelde-mahlow.de/blankenfelde-mahlow/aktuelles/demokratie-und-vielfalt/
