Die Ukraine
stand in den letzten Tagen im Mittelpunkt vieler Gespräche. Nach einer
Sondersitzung der EU-Staats- und Regierungschefs zur Ukraine am Rande des
EU-Afrika-Gipfels in Angola bekräftigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die zentralen
europäischen Grundsätze für die Zukunft: „Das Territorium und die
Souveränität der Ukraine müssen respektiert werden. Nur die Ukraine als
souveränes Land kann Entscheidungen über ihre Streitkräfte treffen, die Wahl
ihres Schicksals liegt in ihren eigenen Händen. Ich möchte auch die zentrale
Rolle Europas für die Zukunft des Landes betonen. Wir werden morgen weitere
Gespräche mit unseren Partnern aus der Koalition der Willigen führen.“
Bereits gestern (Sonntag) hatte die Kommissionspräsidentin in einer Erklärung
betont, dass „jeder glaubwürdige und dauerhafte Friedensplan in erster Linie
dem Töten ein Ende setzen und den Krieg beenden sollte, ohne dabei einen
Nährboden für einen künftigen Konflikt zu schaffen.“
Drei Grundprinzipien für gerechten und anhaltenden Frieden in der Ukraine
In der gestrigen Erklärung erklärte die Kommissionspräsidentin weiter: „Wir
haben uns auf die wichtigsten Elemente geeinigt, die für einen gerechten und
anhaltenden Frieden und die Souveränität der Ukraine erforderlich sind. Lassen
Sie mich drei davon hervorheben. Erstens dürfen Grenzen nicht gewaltsam
verschoben werden. Zweitens dürfen der Ukraine als souveräner Nation keine
Beschränkungen für ihre Streitkräfte auferlegt werden, die das Land anfällig
für künftige Angriffe machen und damit auch die europäische Sicherheit
untergraben würden. Drittens muss die zentrale Rolle der Europäischen Union bei
der Sicherung des Friedens für die Ukraine in vollem Umfang Berücksichtigung
finden.“
Souveränes Recht der Ukraine über eigenes Schicksal zu bestimmen
In der Erklärung heißt es weiter: „Die Ukraine muss die Freiheit und das
souveräne Recht haben, über ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Sie hat sich
entschieden, ihr Schicksal an Europa zu knüpfen. Das beginnt mit dem
Wiederaufbau des Landes, seiner Integration in unseren Binnenmarkt und unsere
industrielle Basis der Verteidigung und wird schließlich im Beitritt zu unserer
Union münden.“
Enge Abstimmung mit Partnern
Die EU-Kommission werde die Zusammenarbeit mit der Ukraine, den
EU-Mitgliedstaaten, der Koalition der Willigen und den USA fortsetzen, um echte
Fortschritte auf dem Weg zum Frieden zu erzielen, so von der Leyen weiter.
Wichtig sei, dass als Partner ein gemeinsamer Weg beschritten werde.
Gipfel der Internationalen Koalition für die Rückkehr ukrainischer Kinder
Abschließend nannte Kommissionspräsidentin von der Leyen ein entscheidendes
Element, das Teil einer jeden Einigung sein müsse: „Die Rückkehr jedes
einzelnen ukrainischen Kindes, das von Russland entführt wurde. Von allen
Schrecken, die der Krieg Russlands ausgelöst hat, geht nichts tiefer unter die
Haut. Zehntausende Jungen und Mädchen sitzen nach wie vor in Russland fest.
Verängstigt und voller Sehnsucht nach ihren Angehörigen. Wir müssen diese
Kinder ganz oben auf die globale Agenda setzen.
Aus diesem Grund organisieren wir gemeinsam mit der Ukraine und Kanada einen
Gipfel der Internationalen Koalition für die Rückkehr ukrainischer Kinder. Wir
werden nicht ruhen, bis jedes Einzelne von ihnen mit seiner Familie
zusammengeführt wurde, und zwar in seiner Heimat, wo es zu Hause ist.“
Gespräche über Friedensplan für die Ukraine: Kommissionspräsidentin von der Leyen nennt europäischen Grundsätze.
