Realisierungswettbewerb für den Checkpoint-Charlie entschieden.

Das Preisgericht hat am 9. September 2026 einstimmig einen Entwurf für die Neugestaltung des historisch bedeutsamen Ortes ausgewählt. Der Checkpoint Charlie in Berlin wird zu einem Bildungs- und Erinnerungsort, der die Geschichte sichtbar und erfahrbar machen wird. Der erste Preis geht an das Team von A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin in Zusammenarbeit
mit Holzer Kobler Architekturen GmbH, Berlin und ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB, Hamburg.

Mit dem ausgezeichneten Entwurf erhält der historisch bedeutsame Ort an der Friedrichstraße/Zimmerstraße eine neue Perspektive. Ziel ist es, den ehemaligen Grenzübergang künftig als zusammenhängenden Bildungs- und Erinnerungsort weiterzuentwickeln, die Geschichte des Ost-West-Konfliktes als internationale Dimension der Berliner Mauer sichtbar zu machen und zugleich einen lebendigen, qualitätsvollen öffentlichen Stadtraum zu schaffen.

Der Checkpoint Charlie zählt zu den weltweit bekanntesten Erinnerungsorten des Kalten Krieges. Als ehemaliger Grenzübergang mit DDR-Grenzübergangsstelle und alliiertem Kontrollpunkt mitten in Berlin steht der Ort für die Teilung der Stadt im Zeichen des globalen Kalten Kriegs und dessen Überwindung.  Mit dem Wettbewerb soll der heute stark frequentierte Stadtraum neu geordnet und zu einem Ort entwickelt werden, an dem historische Ereignisse vermittelt sowie Raum für Auseinandersetzung und Debatten geboten wird und zugleich öffentliche Nutzungen möglich sind. Dabei steht die historische und erinnerungskulturelle Bedeutung des Ortes im Mittelpunkt. Daneben soll er den Anforderungen an einen klimaangepassten und stark frequentierten Stadtraum erfüllen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat im Rahmen der Gedenkstättenkonzeption des Bundes der Stiftung Berliner Mauer 1,65 Millionen Euro für die Neugestaltung des Erinnerungsortes bereitgestellt.

Der offene, zweiphasige und interdisziplinäre Realisierungswettbewerb wurde am 1. April 2026 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie der Stiftung Berliner Mauer ausgelobt und europaweit bekannt gemacht.

In der ersten Wettbewerbsphase nahmen 22 interdisziplinäre Teams aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur und Ausstellungsgestaltung beziehungsweise Szenografie teil. Hiervon wurden 14 Arbeiten zur vertieften Weiterbearbeitung ausgewählt und zugelassen. Das Preisgericht bewertete die eingereichten Arbeiten anhand der in der Auslobung festgelegten Kriterien.

Für Preise und Anerkennungen sowie für die Aufwandsentschädigungen der Teilnehmenden der zweiten Wettbewerbsphase standen insgesamt 162.000 Euro (netto) zur Verfügung.

1. Preis:
32.000,00 Euro
A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin
mit Holzer Kobler Architekturen GmbH, Berlin und ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB, Hamburg

2. Preis:
20.000,00 Euro
Koeber Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart
mit SPACE4 GmbH, Stuttgart und Steimle Architekten, Stuttgart

3. Preis:
12.000,00 Euro
Weidinger Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
mit Wandel Lorch Götze Wach GmbH, Frankfurt am Main

Anerkennung:
8.500,00 Euro
Sowatorini Landschaft, Bochum
mit nowakteufelknyrim exhibition design GmbH, Düsseldorf und Meghan Rolvien, Zürich

Anerkennung:
8.500,00 Euro
Global Arquitecura Paisagista Lda., Lissabon
mit Julia Kaschlinski, Berlin und PEB + Harm Reccius Architekten, Berlin

Darüber hinaus erhalten alle eingereichten und zur Bewertung zugelassenen Arbeiten der zweiten Wettbewerbsphase jeweils eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 5.785,72 Euro.

Axel Lohrer, Vorsitzender des Preisgerichts:

„Die Aufgabe ist vielschichtig in der gesamten Bandbreite von gut nutzbarem Stadtplatz über die historische Bedeutung bis hin zu einer tragfähigen Ausstellung und einem Dokumentationsrahmen. Entsprechend vielfältig waren Blickwinkel und Argumentationen in der engagiert wie leidenschaftlich geführten Diskussion der Jury.  Dem Siegerprojekt gelingt nicht nur in hervorragender Weise der Spagat zwischen dieser vielfältigen Anforderung – es entwickelt über die funktionellen Belange vor allem ein besonderes, einprägsames und nur für diesem Ort passendes Bild von hoher ikonologischer Kraft.“

Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung (SenStadt):
„Der Siegerentwurf besticht durch eine gelungene Interpretation der Atmosphäre des historischen Ortes auf Basis der vorhandenen Relikte und Zeugnisse, welche gleichwohl durch präzise gesetzte, neue Artefakte ergänzt und verstärkt werden. Damit gelingt über die rationale Vermittlung der Geschichte hinaus auch eine emotionale Ansprache der Besucherinnen und Besucher. Das Wettbewerbsergebnis bietet eine überzeugende Grundlage für die weitere Planung, bei der es auch die Lesbarkeit der unterschiedlichen Zeitschichten noch stärker herauszuarbeiten gilt.“

Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien:

„Mit dem Abschluss des Gestaltungswettbewerbs ist ein wichtiger Schritt getan, um den national und international bekannten ehemaligen DDR-Grenzübergang am Checkpoint Charlie zu einem starken Bildungs- und Erinnerungsort in der Mitte unserer Hauptstadt auszugestalten. Dieser Ort steht – wie nur wenige in Deutschland und weltweit – für den Kalten Krieg. Gerade angesichts zunehmender Desinformation brauchen wir Orte, die Geschichte sichtbar machen und eine fundierte Auseinandersetzung mit ihr ermöglichen.“

Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur (SenKultGZ):

„Dank der intensiven gemeinsamen Bemühungen aller Beteiligten des Landes Berlin und der Unterstützung des Bundes ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der Checkpoint Charlie wird zu einem angemessenen Bildungs- und Erinnerungsort entwickelt. Wir freuen uns über den prämierten Entwurf, der den historischen Anspruch überzeugend mit den vielfältigen Anforderungen an diesen besonderen städtischen Raum verbindet. Damit schaffen wir den passenden Rahmen für die Stiftung Berliner Mauer und ihre wichtige erinnerungspolitische Arbeit.“

Arne Herz, Staatssekretär für Mobilität und Verkehr (SenMVKU):

„Der Checkpoint Charlie ist einer der bekanntesten und zugleich frequentiertesten Orte Berlins. Der Entwurf gibt diesem besonderen Ort eine klare räumliche Struktur und schafft damit Orientierung und Aufenthaltsqualität für Berlinerinnen und Berliner ebenso wie für die vielen Besucherinnen und Besucher. Besonders überzeugt, dass die Gestaltung der geschichtlichen Bedeutung des Ortes gerecht wird und zugleich nach vorne weist. Mit angemessenen Maßnahmen der Klimaanpassung wird ein zukunftssicherer Stadtraum geschaffen, der auch bei zunehmender Hitze und den Folgen des Klimawandels resilient bleibt. Gleichzeitig werden die Friedrichstraße und die geplante Fahrradstraße in der Zimmerstraße selbstverständlich in das Gesamtkonzept eingebunden, so verbindet der Entwurf Erinnerungskultur, Klimaanpassung und eine zeitgemäße Gestaltung des öffentlichen Raums an einem bedeutenden Ort der Berliner Innenstadt.“

Axel Klausmeier, Direktor und Vorstand, Stiftung Berliner Mauer (SBM):
„Der Entwurf greift die starke räumliche Zäsur auf, die der einstige Grenzkontrollpunkt im Stadtbild darstellte, und besitzt zugleich das Potenzial, die historische Bedeutung des Ortes angemessen zu vermitteln.“

Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf soll die Grundlage für die weitere planerische Bearbeitung und die spätere bauliche Umsetzung bilden. An das Wettbewerbsverfahren schließt nun ein Vergabeverfahren zur Beauftragung der ausgeschriebenen Leistungen an. Die Baumaßnahme wird durch die Grün Berlin GmbH umgesetzt.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Die Wettbewerbsergebnisse werden am Montag, 12. Oktober 2026, um 18:00 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung und Ausstellungseröffnung vorgestellt.

Vom 13. bis 23. Oktober 2026 werden die Wettbewerbsarbeiten im Neuen Stadthaus, Otto-Suhr-Saal, 3. Obergeschoss, Parochialstraße 3, 10179 Berlin, öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 12:00 bis 20:00 Uhr und samstags von 09:00 bis 13:00 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei. Sonntags bleibt die Ausstellung geschlossen.

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