Sicherheitsgipfel: Bodycams für alle DB-Mitarbeitenden und Start für Aktionsplan – Bodycams für Bahnpersonal sollen kommen.

Bund, Länder, Gewerkschaften und Verkehrsbranche bringen gemeinsamen Aktionsplan auf den Weg • DB will alle Mitarbeitenden im Nah- und Fernverkehr und in Bahnhöfen mit Bodycams ausstatten • 2025 gab es mehr als 3.000 körperliche Übergriffe auf DB-Mitarbeitende • Anstieg von 37 Prozent in zehn Jahren.

Elf Tage nach dem brutalen und tödlichen Angriff auf den DB-Mitarbeiter Serkan Çalar in einem Regionalzug haben sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern, Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche auf Handlungsfelder für einen gemeinsamen „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ verständigt. Zu dem Sicherheitsgipfel hatte die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla eingeladen.

Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende:
„Unser Anspruch ist klar: Sicherheit braucht eine klare Haltung – personell, technisch und rechtlich. Deshalb handeln wir entschlossen und setzen mit konkreten Maßnahmen ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr. Wir stärken unsere Mitarbeitenden durch bessere Ausstattung, zusätzliche Unterstützung und gezielte Präventionsangebote. Dabei gilt für uns der Grundsatz: Prävention statt Reaktion. Gleichzeitig verfolgen wir eine konsequente Null-Toleranz-Strategie gegenüber jeder Form von Gewalt gegen unsere Mitarbeitenden.“
Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister:
„Bahnhöfe und Züge müssen sichere Orte sein. Das gilt für Zugreisende und Zugpersonal in gleicher Weise. Daher müssen wir alles daransetzen, die Sicherheit auch in den Zügen weiter zu steigern. Ich bin dankbar, dass heute alle Beteiligten zusammengekommen sind und alle Maßnahmen diskutiert werden konnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf Grundlage des Aktionsplans schnell Verbesserungen auf den Weg bringen können.“

Christian Bernreiter, Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz:
„Die unfassbare Tat erschüttert meine Länder-Kolleginnen und -Kollegen genau wie mich zutiefst. Sicherheit in den Zügen und im gesamten öffentlichen Verkehr muss oberste Priorität haben – und zwar für die Beschäftigten genauso wie für die Reisenden! Es ist ein wichtiges Signal, dass die Deutsche Bahn, die als Arbeitgeber für die Sicherheit ihrer Beschäftigten verantwortlich ist, jetzt alle beteiligten Ebenen schnell zusammengebracht hat. Als Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr treibt uns Länder das Thema Sicherheit immens um. Wir unterstützen Modelle einer sicherheitsorientieren Personalpräsenz in den Nahverkehrszügen. Über zusätzliche sinnvolle Möglichkeiten werden wir bereits im März auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz sprechen.“

Dass DB-Mitarbeitende genau wie Polizeien, Feuerwehren und Rettungsdienste mehr Aggressivität zu spüren bekommen, zeigen bisher unveröffentlichte Zahlen für das vergangene Jahr. Bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie nach Großveranstaltungen kam es immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen.

Konkret: 2025 gab es konzernweit 3.262 körperliche Übergriffe auf DB-Mitarbeitende (versuchte sowie vollendete). Auch wenn dies im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang ist, blieb die Zahl der Übergriffe insgesamt auf einem sehr hohen Niveau: Sie ist in den letzten zehn Jahren um 37 Prozent gestiegen (2016: 2.374). Besonders deutlich war der Anstieg in der Corona-Pandemie im Jahr 2021. Schwere und gefährliche Körperverletzungen bilden dabei die Ausnahme und machen lediglich ein bis zwei Prozent der Fälle aus.

Um die auf dem heutigen Sicherheitsgipfel identifizierten Maßnahmen auf den Weg zu bringen, werden Bund, Länder, DB und Verkehrsbranche bis Ende April 2026 konkrete Schritte zur Umsetzung vereinbaren.

Auch die Verkehrsministerkonferenz am 25. und 26. März wird sich mit der Sicherheit im Nahverkehr befassen.

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