Bremens Bürgermeister und amtierender Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte hat am 3. Oktober 2026 in Bremen den Staffelstab der Bundesratspräsidentschaft an seinen designierten Nachfolger, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, übergeben. Wüst übernimmt den Vorsitz in der Länderkammer am 1. November 2026.
Die Übergabe vor zahlreichen Gästen im Pavillon des Bundesrates war ein Höhepunkt des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit. Zugleich leitete sie den turnusgemäßen Wechsel der Bundesratspräsidentschaft von Bremen nach Nordrhein-Westfalen ein.
Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte: „Die Übergabe des Staffelstabes von dem kleinsten zu dem einwohnerstärksten Bundesland steht sinnbildlich für die Vielfalt des Föderalismus. Und für das Motto unserer Bundesratspräsidentschaft „VIELE STÄRKEN – EIN LAND“. Denn gesellschaftlicher Fortschritt hängt nicht von der Größe ab. Sondern von Ideen, Haltung und Zusammenhalt. Für Bremen und für mich persönlich war die Bundesratspräsidentschaft eine Ehre. Es war aber zugleich auch eine herausfordernde Zeit, in der die Werte des Grundgesetzes immer mehr angegriffen wurden.“
Mit Blick auf sein künftiges Amt hob Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hervor: „Trotz aller großen Herausforderungen leben wir in einer Zeit mindestens so großer Chancen. Ich bin überzeugt: Politik kann einen Unterschied machen und Dinge zum Besseren wenden. Dazu leistet der Bundesrat seit Jahrzehnten einen großen Beitrag. Die Länder arbeiten miteinander und füreinander an Kompromissen und am guten Miteinander mit dem Bund. Mit dem Motto ‚Gemeinsam verbunden‘ zeigen wir in unserer Bundesratspräsidentschaft auch: In Nordrhein-Westfalen leben 18 Millionen Menschen – mit unterschiedlichen Geburtsorten, Religionen, Kulturen und Lebensgeschichten. Unser Zusammenhalt lebt von Menschen, die füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen und sich für Heimat und Demokratie engagieren.“
Ein Apfelbaum für Zusammenhalt und Klimaschutz
Zusätzlich zum Staffelstab überreichte Bovenschulte seinem Nachfolger einen Apfelbaum. Damit knüpft er an das „Einheitsbuddeln“ an: Schleswig-Holstein hatte die Pflanzaktion 2019 zum Tag der Deutschen Einheit ins Leben gerufen. Seitdem steht sie für gemeinsames Handeln der Länder und den Einsatz für den Klimaschutz.
Wahl des neuen Bundesratspräsidenten
Der Bundesrat wählt Hendrik Wüst in seiner Sitzung am 16. Oktober 2026 zum Präsidenten. Welche Regierungschefin oder welcher Regierungschef den Vorsitz übernimmt, richtet sich nach der Einwohnerzahl der Länder. In diesem Jahr wechselt die Bundesratspräsidentschaft von Bremen, dem Land mit der kleinsten Einwohnerzahl, nach Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Land.
Wüsts Amtszeit als Bundesratspräsident beginnt am 1. November 2026. An diesem Tag startet das neue Geschäftsjahr des Bundesrates.
Fotoquelle: Bundesrat/Axel Heimken
