Wadephul trifft Lawrow.

Bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister habe Bundesaußenminister Wadephul die Russische Föderation aufgefordert, „den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen“. Er habe, hieß es aus Delegationskreisen, klargemacht: Vorfälle wie der kürzliche  Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Sie würden jedoch das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Deutschland weiter beeinträchtigen.

Der deutsche Außenminister habe unterstrichen, dass ein solch bedauerlicher Zustand der Beziehungen nicht im Interesse Deutschlands sei. Die Möglichkeit der Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis bestehe jederzeit. Dies setze jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung voraus, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken.

Außenminister Wadephul habe bedauert, dass auf russischer Seite eine solche aufrichtige Bereitschaft zum Ausgleich bislang nicht zu erkennen sei.

Der deutsche Außenminister habe die anhaltende, immer zielgerichtetere russische Aggression gegen die ukrainische Zivilbevölkerung verurteilt. Dieser Versuch der Druckerhöhung ändere nichts an Russlands untragbarer Lage: Jeden Monat stürben zehntausende russische Soldaten in einem aussichtslosen Stellungskrieg, während die russische Wirtschaft immer weiter zusammenbreche.

Der deutsche Außenminister habe auch klargemacht, dass die Lösung für diese Lage seit dem ersten Tag des Krieges auf der Hand liege: ein Ende der russischen Aggression, ein Rückzug russischer Truppen und ein dauerhafter Waffenstillstand. Die Ukraine habe ihre Bereitschaft zu Verhandlungen unzählige Male erklärt. Deutschland stehe bereit, um diesen Weg auch weiterhin zu unterstützen.

Außenminister Wadephul habe Russland auch dazu aufgefordert, alle Möglichkeiten zu ergreifen, zu einer Vereinbarung über Getreideexporte durch das Schwarze Meer zu gelangen. Die Zeit hierfür dränge: Angesichts der Nahrungsmittelknappheit in vielen Ländern, insbesondere im Globalen Süden, müssten alle Seiten bereit sein, sich konstruktiv einzubringen. Eine pragmatische Lösung könne den Weg für weitere konkrete Schritte ebnen.

Fotoquellen: TP Presseagentur Berlin

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