Die Bundesanwaltschaft hat heute (20. Mai 2026) aufgrund von Haftbefehlen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 13. Mai 2026 in München die deutschen Staatsangehörigen Xuejun C. und Hua S. durch Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts festnehmen lassen. Zudem werden derzeit die Wohnräume und Arbeitsplätze der Beschuldigten in München durchsucht. Weitere Maßnahmen betreffen insgesamt zehn nicht-tatverdächtige Personen, die als Zeugen in Betracht kommen. Diese Maßnahmen finden in Baden-Württemberg (Landkreis Konstanz und Stuttgart), Bayern (Landkreis Erding, München und Landkreis München), Berlin, Brandenburg (Landkreis Dahme-Spreewald), Niedersachsen (Landkreise Harburg, Lüneburg und Peine) und Nordrhein-Westfalen (Aachen und Rheine) statt.
Die Beschuldigten sind dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig zu sein (§ 99 Abs. 1 Nr. 1 StGB).
In den Haftbefehlen wird ihnen im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last gelegt:
Die Eheleute Xuejun C. und Hua S. arbeiten für einen chinesischen Geheimdienst. Um an wissenschaftliche Informationen über militärisch nutzbare Hochtechnologie zu gelangen, bauten sie Kontakte zu zahlreichen Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf, darunter insbesondere Lehrstuhlinhaber für die Bereiche Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik oder Künstliche Intelligenz. Ihnen gegenüber tarnten sich die Beschuldigten mitunter als Dolmetscher oder Mitarbeiter eines Automobilherstellers. Einige Wissenschaftler wurden unter dem Vorwand nach China gelockt, gegen Honorar Vorträge vor einem zivilen Publikum zu halten. Tatsächlich erfolgten solche Vorträge dann aber vor Angehörigen staatlicher Rüstungsunternehmen.
Die Beschuldigten werden heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug von Untersuchungshaft entscheiden wird.
Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz geführt. Mit den polizeilichen Ermittlungen ist das Bayerische Landeskriminalamt beauftragt.
