Müller zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin und Bundesratspräsident, Michael Müller, zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus:
„Wir erinnern uns am 27. Januar an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau im Jahre 1945 und das Ende des Holocausts, dem Millionen unschuldiger Menschen, Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder, zum Opfer gefallen sind. Es ist unsere Verpflichtung, solch ein abscheuliches Verbrechen nie wieder geschehen zu lassen. Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben. Wir können das Verbrennen von Flaggen des Staates Israel auf unseren Straßen nicht hinnehmen. Wir müssen verhindern, dass alte und neue Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden. Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen. Wer die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau besucht, erlebt welche Grausamkeiten uns drohen, wenn wir untätig bleiben.“
Zum 27. Januar 1945:
Der am 10. Januar 2017 verstorbene Bundespräsident und Berliner Ehrenbürger Roman Herzog hat 1996 den Gedenktag zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 proklamiert. Müller hierzu: „Roman Herzog hat uns mit diesem Tag nicht nur an unsere historische Verpflichtung erinnert, sondern auch an die nötige Wachsamkeit für unsere Gegenwart und Zukunft. Dafür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet.“
Michael Müller wird als Bundesratspräsident am Mittwoch, 31. Januar 2018, an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestags aus Anlass des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilnehmen.
Hunderttausendfacher Mord an Menschen mit Behinderung darf nicht vergessen werden.
Heute vor 73 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Jedes Jahr wird an diesem Tag der Millionen Menschen gedacht, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unterdrückt, verfolgt und umgebracht wurden, darunter zahlreiche Menschen mit Behinderung. Deren Schicksale dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
Dazu Kerstin Tack, Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, der SPD-Fraktion im Bundestag:
„Die Nationalsozialisten propagierten die Vorstellung des angeblich ‚hochwertigen Volks der nordischen Rasse‘, das von allem ‚reingehalten‘ werden musste, was nicht in dieses Bild passte. Menschen mit Behinderung galten den Nazis als ‚lebensunwert‘, sie wurden als ‚unnütze Esser‘ oder ‚Ballastexistenzen‘ verunglimpft.
Unter der Ideologie dieser ‚Rassenhygiene‘ ergriffen die Nazis drastische und grausame Maßnahmen. Systematisch organisierten sie die Ermordung der oft wehrlosen Insassen von Anstalten in Gaskammern. An ihnen wurde der spätere millionenfache Mord an den Juden erprobt. Andere starben durch überdosierte Medikamente, Giftspritzen oder gezielte Unterernährung. An vielen von ihnen waren vor ihrem Tod medizinische Experimente durchgeführt worden. Bis Kriegsende fielen insgesamt mindestens 300 000 Menschen mit Behinderung der nationalsozialistischen Rassenideologie zum Opfer.
Eine Aufarbeitung dieser sogenannten ‚Krankenmorde‘ fand lange Zeit nicht statt, viele der Täter konnten ihre Karrieren nach Kriegsende sogar unbehelligt fortsetzen. Gerade derzeit ist es besonders wichtig, die Erinnerung an diese Verbrechen wach zu halten, denn Vorstellungen von der angeblichen eigenen Überlegenheit haben wieder Konjunktur. Deshalb müssen und werden wir alles daran setzen, dass Menschen mit Behinderung wirksam vor Herabsetzung und Ausgrenzung geschützt werden und ihre Teilhabe an der Gesellschaft weiter vorankommt.“
Erinnerung wach halten.
Zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust am 27. Januar erklären die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter:
„Der 27. Januar mahnt uns, den Holocaust – die systematische Vernichtung von Millionen von Menschen – niemals zu vergessen. Jeder Forderung nach einem „Schlussstrich“ gilt es sich mit aller Kraft zu widersetzen. Ziel der Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist nicht, diese zu einem Ende zu bringen, vielmehr muss sie vertieft und erweitert werden. Dazu gehört neben einer besseren finanziellen und personellen Ausstattung der KZ-Gedenkstätten und der Stärkung ihrer pädagogischen Arbeit, dass bisher wenig beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus stärker in den Blick genommen werden.
Hass und Hetze gegen Minderheiten oder politisch Andersdenkende nehmen aktuell wieder zu – ob im Netz oder auf der Straße. Antisemitische und rassistische Parolen werden unverblümt ausgesprochen, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger unverhohlen aufgefordert, das Land zu verlassen, verbunden mit der Drohung, dass sich Geschichte sonst wiederhole. Antisemitismus ist allgegenwärtig und ragt weit hinein in die Mitte der Gesellschaft. Stimmen, die die Verantwortung Deutschlands kleinreden und die deutsche Schuld relativieren, sind jetzt im Deutschen Bundestag vertreten. Alle Demokratinnen und Demokraten in diesem Land müssen sich gemeinsam diesen Relativierungsversuchen entgegenstellen und sich dafür einzusetzen, dass Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit bei uns keinen Platz haben.
Nicht zuletzt weil die Generation der Zeitzeugen nicht mehr lange unter uns sein wird, gilt es die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten auch für kommende Generationen wach zu halten. Nur so kann Deutschland seiner historischen Verantwortung gerecht werden und glaubwürdig für Demokratie und Toleranz einstehen.“
Behindertenbeauftragte erinnert an die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde.
Kranzniederlegung am Gedenkort T4 und Theaterstück im Kleisthaus.
Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2018 stellt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, fest: „Immer wieder muss ich auch heutzutage erleben, dass Menschen darüber urteilen, welches Leben als lebenswert oder besonders wertvoll angesehen wird und welches nicht. Das ist in meinen Augen die Grundlage für Gräueltaten, wie sie im Nationalsozialismus geschehen konnten. Mit dem Gedenken setzen wir ein wichtiges Zeichen für Respekt und Toleranz, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.“
Zu den Opfern systematischer Ermordung der Nationalsozialisten gehörten Menschen, die als wertlos, als „lebensunwert“, als „nutzlose Esser“ deklariert wurden. Bis zu 300.000 Menschen mit sogenannten geistigen, psychischen oder körperlichen Behinderungen wurden im sogenannten „Euthanasie“-Programm ermordet, zuvor oftmals zwangssterilisiert wie noch einige tausend Menschen mit Beeinträchtigungen darüber hinaus. Im letzten Jahr stand besonders der hunderttausendfache Mord an unschuldigen kranken oder beeinträchtigten Menschen im Mittelpunkt des Gedenkens im Deutschen Bundestag.
Dieses Jahr findet die Gedenkstunde im Deutschen Bundestag für die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen am 31. Januar statt. Am gleichen Tag legt die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Gedenken der Opfer mit Beeinträchtigungen um 11 Uhr am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde einen Kranz nieder. In der Tiergartenstraße 4, dem heutigen Standort des Gedenk- und Informationsortes, ist während der NS-Zeit die „Aktion T4“ geplant und koordiniert worden.
Am Abend des gleichen Tages lädt Verena Bentele zu einem Theaterabend ins Kleisthaus, ihrem Dienstsitz, ein. Das Ensemble Weltenbrecher der Lebenshilfe Lüneburg zeigt sein Stück „Wo der Pfeffer wächst“. Das Stück ist eine Eigenentwicklung und wurde bereits auf internationalen Festivals im In- und Ausland ausgezeichnet. Es erforscht Lebensträume von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung. Visionen und Träume, welche während der NS-Zeit undenkbar gewesen wären entfalten sich an diesem Abend vor dem Augen der Zuschauer. Im Mittelpunkt steht hier der Mensch. Die Schauspieler schaffen mit einfachsten Mitteln, starkem Ausdruck und Bühnenpräsenz ein besonderes Theatererlebnis.
„Jeder Mensch in Deutschland hat das Recht zu bestimmen, wie er sein Leben gestalten möchte. Die Träume von Menschen mit Behinderungen werden zu oft noch nicht gehört. Ich wünsche mir, dass Menschen mit Behinderungen noch selbstbestimmter an unserer Gesellschaft teilhaben können und beispielsweise selbst bestimmen, wo sie leben möchten“, so Verena Bentele.
- Januar 2018
11 Uhr Kranzniederlegung an der Blauen Wand, dem Gedenk- und Informationsort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde, Tiergartenstraße 4, 10785 Berlin
19 Uhr Weltenbrecher Theater ´“Wo der Pfeffer wächst“ im Kleisthaus, Mauerstraße 53, 10117 Berlin
Anmeldung zum Theaterstück erbeten unter kleisthaus@behindertenbeauftragte.de
Weitere Informationen erhalten Sie hier.
Gegen das Vergessen …"Ich singe solange, bis es keine Nazis mehr gibt"Heute vor 73 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit.Esther Bejolarano hat Auschwitz nur überlebt, weil sie im Mädchenorchester war. Und sie singt heute noch in einer Band.Und es bedrückt sie, dass heute wieder Nazis von der Polizei geschützt und beschützt werden.
Publié par Mensch und Politik heute sur samedi 27 Janvier 2018
Antisemitismus jeden Tag aufs Neue bekämpfen.
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist Mahnung und Auftrag.
Am 27. Januar gedenkt Deutschland der Opfer des Nationalsozialismus. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Harbarth:
„Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist uns allen Mahnung, an die Gräuel der Vergangenheit zu erinnern, und auch Auftrag, solche Gräuel in Gegenwart und für alle Zukunft zu verhindern.
Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, eines Dreh- und Angelpunkts der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Dass Antisemitismus bis in die heutige Zeit zu Tage tritt, macht wütend und zugleich entschlossen. Denn umso entschiedener reagieren Politik und Zivilgesellschaft auf jüngste antisemitische Vorfälle in Deutschland. Das Verbrennen israelischer Flaggen und Skandieren gegen jüdisches Leben steht unserer freiheitlichen Demokratie, unserem Religionspluralismus und dem friedlichen Zusammenleben zutiefst entgegen. Diese Taten machen uns sprachlos, aber nicht tatenlos.
Mit dem auf Initiative der CDU/CSU-Fraktion eingebrachten und von einer breiten Mehrheit des Deutschen Bundestages verabschiedeten Antrags ‚Antisemitismus entschlossen bekämpfen‘ nimmt das Parlament seine Verantwortung zum Schutz jüdischen Lebens wahr. Neben der Schaffung eines Antisemitismusbeauftragten, der Überprüfung des Straf- und Versammlungsrechts sowie dem Ausbau des deutsch-israelischen Jugendaustauschs werden konkrete Schritte zur Stärkung des Engagements gegen Antisemitismus auf den Weg gebracht. Der einzige Platz, den Antisemitismus in unserem Land verdient, ist auf dem Schutthaufen der Geschichte. Dieser Geschichte erinnern wir nicht nur, aber ganz besonders am 27. Januar.“
Hintergrund:
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Seit 1996 gedenkt Deutschland am 27. Januar offiziell der Opfer des Nationalsozialismus. 2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den Tag international zum Holocaust-Gedenktag zu machen. Der Deutsche Bundestag wird der Opfer des Holocaust im Rahmen einer Sonderveranstaltung am 31. Januar gedenken.
Linke rufen zur Teilnahme an verschiedenen Gedenkveranstaltungen auf.
Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Seit 2005 ist dieser Tag der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Für uns bedeutet dieser Tag nicht nur Erinnerung, sondern auch ein Versprechen:
Wir werden uns den alten und neuen Nazis entgegen stellen. Das sind wir den Opfern schuldig.
Natürlich beteiligen sich unsere Abgeordneten und Mitglieder an verschiedenen Gedenkveranstaltungen:
Kranzniederlegung in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen am 27. Januar um 11.Uhr, Landesvorsitzende Katina Schubert und MdA Anne Helm nehmen teil
An diesem Tage ehren die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg und natürlich auch DIE LINKE die Opfer und Widerstandskämpfer mit einem Meeting an der Gedenkstele Koppenstr./ Ecke Singerstr. am Sonnabend, dem 27. Januar um 11. Uhr Es spricht: Pascal Meiser, Mitglied des Deutschen Bundestags
Kranzniederlegung vor der Gedenktafel im Aufgang des Rathauses Reinickendorf am 27. Januar um 11. Uhr, Bezirksvorsitzender Felix Lederle und Marion Kheir von der Linksfraktion Reinickendorf nehmen teil
Wir rufen alle Genossinnen und Genossen zur Teilnahme auf!
Gemeinsam gegen Antisemitismus.
Zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, erklären die Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir:
„Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern wir den sechs Millionen Juden, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.
Wir stellen mit Erschrecken fest, dass Antisemitismus in Deutschland und Europa seit Jahren wieder zunimmt. Es ist eine Schande, dass Jüdinnen und Juden Angst haben müssen, weil ihnen auf unseren Straßen antisemitische Hassgesänge und Todesdrohungen entgegenschallen. Aber auch die alltäglichen Relativierungen und die Verschiebung des politischen Diskurses nach rechts sind alarmierend und unannehmbar. Wir werden uns dieser Entwicklung gemeinsam mit anderen demokratischen Kräften entgegenstellen.
Mit dem Einzug der AfD in den Bundestag droht rechtsnationales und rechtsextremes Gedankengut zur Normalität zu werden. Die Erinnerung und Aufarbeitung des Holocaust sind und bleiben konstitutives Element unserer Republik. Deshalb werden wir auch im Parlament den Geschichtsleugnern entgegentreten, die einen Schlussstrich unter die Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland ziehen wollen.
Wir fühlen uns geehrt, Hanni Lévy auf unserer Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover begrüßen zu dürfen. Es ist uns eine Ehre und wichtiges Anliegen, dass uns Hanni Lévy als Zeitzeugin die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus nahebringt.“

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