30 Jahre Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg: Gemeinsam Raum für die Hauptstadtregion gestalten.

Seit 30 Jahren schafft die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg die Grundlage dafür, dass sich die Hauptstadtregion über Ländergrenzen hinweg abgestimmt entwickeln kann. Zum Jubiläum rücken Berlin und Brandenburg heute auf einer gemeinsamen Fachveranstaltung die Frage in den Mittelpunkt, wie sich wachsende Flächenkonkurrenzen auch künftig im Interesse einer starken, lebenswerten und nachhaltigen Hauptstadtregion ausgleichen lassen.

Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach: „Berlin und Brandenburg sind in vielen Bereichen eng miteinander verbunden. Das gilt für Wohnen und Arbeiten ebenso wie für Verkehr, Wirtschaft, Freiraumschutz und Energie. Seit 30 Jahren sorgt die Gemeinsame Landesplanung dafür, dass diese Entwicklungen nicht isoliert, sondern gemeinsam betrachtet werden. Das ist ein großer Vorteil für die Hauptstadtregion. Gleichzeitig ist klar: Wo viele Ansprüche auf begrenzte Flächen treffen, braucht es viel Abstimmung und tragfähige Kompromisse.“

Christian Gaebler, Berlins Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen des Landes Berlin: „Dass Berlin und Brandenburg eine gemeinsame ministerielle Planungsabteilung bekommen, war vor 30 Jahren ein Novum und ist bis heute bundesweit einmalig. Die Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, werden auch international durch andere Metropolregionen oft nachgefragt. Nach drei Jahrzehnten der Zusammenarbeit steht heute die Frage im Mittelpunkt, wie man in einem sich weiter verdichtenden Raum wie Berlin und Brandenburg durch planerische Steuerung die unterschiedlichen Bedarfe für zum Beispiel neue Wohnbauflächen, Gewerbe oder Flächen für Erneuerbare Energien sichert.“

Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg nahm zum 1. Januar 1996 ihre Arbeit auf. Sie ist für die Raumordnung und Landesplanung in beiden Ländern zuständig und damit bundesweit eine besondere Konstruktion. Ihre Aufgabe ist es, die räumliche Entwicklung der Hauptstadtregion länderübergreifend zu steuern – etwa dort, wo neue Siedlungsflächen für Wohnungen, Gewerbe und Industrie benötigt werden, wo den Erneuerbaren Energien und Leitungstrassen Raum zu gewähren ist oder Interessen von Landwirtschaft, Natur, Erholung und Rohstoffsicherung zusammengebracht werden müssen.

Ein wichtiger Meilenstein war das Inkrafttreten des Landesentwicklungsplans Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) am 1. Juli 2019. Mit ihm haben Berlin und Brandenburg gemeinsame Leitplanken für die Entwicklung der Region erneuert und dabei die zentralörtliche Gliederung, die Grundversorgung, die Siedlungsentwicklung, den großflächigen Einzelhandel, den Freiraumverbund sowie Energie thematisiert.

Was das in der Praxis heißt, zeigt sich an ganz konkreten Fragen: Wo und wie kann Wachstum stattfinden, ohne Freiräume zu zerschneiden? Wo sind Flächen für neue Wohnungen oder für Unternehmen sinnvoll? Und wo müssen zugleich Landwirtschaft, Natur oder auch die Sicherung von Bodenschätzen berücksichtigt werden? Die Aufgabe der GL ist es, daraus einen verlässlichen Rahmen für den Gesamtraum zu machen.

Dass diese Steuerung nicht nur auf dem Papier stattfindet, zeigt sich auch am Beispiel des Tesla-Umfelds in Grünheide. Mit dem Tesla-Umfeldentwicklungskonzept hat die Landesplanung mit den Gemeinden zusammen für eine strategisch kluge Siedlungsentwicklung in der Region gesorgt.

In den kommenden Jahren wird sich noch deutlicher zeigen, wie wichtig die gemeinsame Landesplanung für die Hauptstadtregion ist: Sie wird gebraucht, weil immer wieder neuer Wohnraum entsteht, weil sie den Herausforderungen der Hauptstadtregion zur Anpassung an den Klimawandel begegnen muss, weil Flächen für kritische Infrastrukturen gesichert werden müssen und weil Planungsverfahren effizienter und digitaler werden sollen. Auch in Zukunft kommt es darauf an, Entwicklungen früh zu erkennen und Berlin und Brandenburg verlässlich zusammenzuhalten.

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