Bundespräsident Steinmeier wirbt immer wieder dafür, den 9. November als Tag des Nachdenkens über unser Land zu begehen. 2021 plädierte er in Schloss Bellevue dafür, beides anzunehmen: Scham und Trauer über die Opfer sowie Respekt und Wertschätzung für die Wegbereiter unserer Demokratie. Er nannte den 9. November „den deutschen Tag schlechthin“. 2022 lud er gemeinsam mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland zu einer Tagung unter dem Titel „Wie erinnern wir den 9. November?“ in Schloss Bellevue ein. In Weimar knüpft er daran an.
Wie das Datum steht auch Weimar für Licht und Schatten der deutschen Geschichte. Hier tagte 1919 die Nationalversammlung und gab der ersten deutschen Demokratie ihre Verfassung. Im selben Jahr wurde hier das Bauhaus gegründet. Zugleich steht die Stadt mit dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald für den staatlich organisierten NS-Terror und deutsche Verbrechen.
Zunächst spricht der Bundespräsident um 12.00 Uhr im Goethehaus mit ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerinnen und -Bürgerrechtlern sowie mit Akteurinnen und Akteuren des demokratischen Neuanfangs von 1989/90 aus der Region Weimar. An dem Gespräch nehmen teil: Dr. Friedrich Folger, Rudolf Keßner, Christine Lieberknecht, Hartmut Sieckmann, Dr. Christoph Victor sowie Dr. Ulrike Lorenz (Klassik Stiftung Weimar).
Um 14.30 Uhr nimmt der Bundespräsident an der Gedenkfeier zum Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 in der Gedenkstätte Buchenwald teil. Am Gedenkstein für die Ermordeten und Verfolgten der Novemberpogrome und des jüdischen Sonderlagers hält er eine Ansprache und legt einen Kranz nieder.
Um 16.00 Uhr eröffnet der Bundespräsident im „Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie“ die Sonderausstellung „Demokratie. Die Weimarer Republik zwischen Aufbruch und Krise“. Anschließend zeichnet er den Präsidenten des Trägervereins Weimarer Republik e.V., Prof. Dr. Michael Dreyer (Universität Jena), für sein Engagement bei der Vermittlung der deutschen Demokratiegeschichte mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus.
Um 17.30 Uhr nimmt der Bundespräsident an der Abschlussveranstaltung des „Vielstimmigen Gedenkens“ der Weimarer Stadtgesellschaft auf dem Theaterplatz teil. Das „Vielstimmige Gedenken“ erinnert an Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.
Um 19.30 Uhr eröffnet der Bundespräsident im Deutschen Nationaltheater mit einer Rede das 6. Weimarer Forum für Erinnerungskultur unter dem Titel „Die Zukunft der Erinnerung“. Im Anschluss diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, politischer Bildung, Gedenkstättenarbeit und jüdischem Leben über die Herausforderungen und die Zukunft der Erinnerungskultur in Deutschland.
Veranstalter des „Vielstimmigen Gedenkens“ im Stadtraum und des 6. Weimarer Forums für Erinnerungskultur sind die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG) und ihre Partner aus dem Netzwerk 9. November, Weimarer Republik e.V. und das Deutsche Nationaltheater Weimar.
Kurzprogramm:
12.00 Uhr, Goethehaus Weimar
Gespräch mit ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerinnen und ‑Bürgerrechtlern und Akteurinnen und Akteuren des demokratischen Neuanfangs von 1989/90
14.30 Uhr, Gedenkstätte Buchenwald
Kranzniederlegung und Ansprache bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Novemberpogrome von 1938
16.00 Uhr, Haus der Weimarer Republik
Eröffnung der Ausstellung „Demokratie. Die Weimarer Republik zwischen Aufbruch und Krise“ mit Rundgang
Anschließend
Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr.
Michael Dreyer
17.30 Uhr, Theaterplatz
Teilnahme an der öffentlichen Abschlussveranstaltung des „Vielstimmigen Gedenkens“
19.30 Uhr, Deutsches Nationaltheater Weimar
Rede beim 6. Weimarer Forum für Erinnerungskultur
