Bild v.l.: Jaromir Balcar, Lennart Onken, Heide Wedemeyer, Andreas Dressel, Oliver von Wrochem.
Am heutigen Freitag, 21. November, wurde die Wanderausstellung „Ausgeraubt vor der Deportation. NS-Verfolgte im Fokus der Hamburger Finanzverwaltung“ in der Hamburger Landesvertretung in Berlin feierlich eröffnet. Das von der Finanzbehörde beauftragte und von der Hamburgischen Bürgerschaft unterstützte Forschungs- und Ausstellungsprojekt befasst sich mit der Frage, welche Rolle die Hamburger Finanzverwaltung bei der Entrechtung, Ausbeutung und Deportation von Jüdinnen und Juden, von Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma spielte. Konzipiert wurde die Arbeit von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen. Die Ausstellung war ab Ende Januar zunächst im Hamburger Rathaus und danach bei der Kasse.Hamburg zu sehen und stieß auf großes Publikumsinteresse. In Berlin haben Interessierte nun bis zum 29. Januar 2026 Gelegenheit, die Ausstellung in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg zu sehen.

Die Ausstellung wurde eröffnet von Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, Dr. Heide Wedemeyer, M.L.E, Leiterin der Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, Prof. Dr. Oliver von Wrochem, Leiter KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie PD Dr. Jaromir Balcar, Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen.


Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungs-Eröffnung von der Musikgruppe „Duo Parlament“ (Klarinette: Edgar Herzog, Akkordeon: Jakob Neubauer).

Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Die nationalsozialistische Vergangenheit ist und bleibt für uns alle immer wieder eine Mahnung und Aufforderung, sich damit auseinanderzusetzen, wie und warum es zu solch barbarischen Taten kommen konnte. In diesem Kontext steht unser Forschungs- und Ausstellungsprojekt ‚Ausgeraubt vor der Deportation‘. Es sind bedrückende Zeugnisse, die die Forscherinnen und Forscher zusammengetragen haben. Tatkräftig haben die damaligen Beamtinnen und Beamten der Hamburger Finanzverwaltung daran mitgewirkt, den Betroffenen ihr Hab und Gut zu nehmen. Widerspruch gab es kaum, auch das eine ebenso traurige wie bittere Erkenntnis. Dass unsere Ausstellung bislang auf reges Interesse gestoßen ist, ermutigt. Umso mehr freue ich mich, dass wir unser Projekt nun auch in Berlin der Öffentlichkeit zeigen können.“
(Auf Dressels Rede wird später noch ausführlicher eingegangen).
Über die Ausstellung
Die Wanderausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten präsentiert die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojekts über die Rolle der Hamburger Finanzverwaltung im Nationalsozialismus, das im Auftrag der Finanzbehörde entstand. Noch bevor Züge der Deutschen Reichsbahn Deportierte aus Hamburg in Ghettos und Vernichtungslager transportierten, plünderte der NS-Staat die Verfolgten schrittweise aus. Dies galt für Jüdinnen und Juden, aber auch für Sinti:ze und Rom:nja. Hamburger Finanz- und Zollbeamte setzten die staatlichen Vorgaben für diese Beraubung unerbittlich um. Gezielt vernichteten sie die wirtschaftliche Existenz der Verfolgten und nahmen ihnen ihren Besitz. In öffentlichen Versteigerungen wurde ihr Hab und Gut „verwertet“. Den Gewinn strich die Staatskasse ein. Speditionen, Gerichtsvollzieher und Auktionshäuser sowie viele Unternehmen und Privatpersonen profitierten ebenfalls von diesem beispiellosen Raub.

Fotoquellen: TP Presseagentur Berlin

Jakob