Informationskampagne zum Thema „Häusliche Gewalt“ startet.

Häusliche Gewalt ist eine der größten Herausforderungen im Gewaltschutz in Deutschland. Dies thematisiert eine bundesweite Kampagne unter dem Motto „Dein Mut findet Rückhalt“. Mit Plakaten, in Apotheken und Arztpraxen, im Internet und in den sozialen Medien macht das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) auf die vorhandenen Hilfsangebote für Betroffene von häuslicher Gewalt aufmerksam. Der Fokus liegt insbesondere auf dem ländlichen Raum. Ziel ist es außerdem, die gesellschaftliche Sichtbarkeit des Problems zu erhöhen. Auf der Kampagnenwebseite www.raus-aus-gewalt.de werden die Informationen gebündelt. Ein Hilfekompass unterstützt bei der gezielten Suche nach regionalen Unterstützungsangeboten.

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Stefanie Hubig erklärt dazu:

„Häusliche Gewalt geht uns alle an. Mit der bundesweiten Kampagne „Dein Mut findet Rückhalt“ möchten wir Betroffenen Mut machen und ihnen zeigen, dass es Hilfe gibt.

Unser Ziel ist es, bestehende Hilfsangebote sichtbarer zu machen und die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren hinzusehen, Unterstützung anzubieten und Betroffene auf ihrem Weg in ein gewaltfreies Leben zu bestärken.“

Zielsetzung und Umsetzung der Kampagne

Unter dem Motto „Dein Mut findet Rückhalt“ sollen Betroffene ermutigt werden, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Informiert wird über Hilfsangebote sowie über Ablauf, Kosten und Unterstützung in behördlichen und gerichtlichen Prozessen. Denn Informationsdefizite, Scham, Abhängigkeiten oder Unsicherheiten können dazu führen, dass Hilfe zu spät oder gar nicht in Anspruch genommen wird.

Die Kampagne nutzt vielfältige Kanäle: Großflächenplakate, digitale Bewegtbildformate, diskrete Informationsvermittlung an Alltagsorten wie Apotheken, Arztpraxen, Bäckereien und Gastronomie, Social Media, Suchmaschinenwerbung und Online-Anzeigen. Besonders im ländlichen Raum soll die Kampagne Betroffene erreichen. Trotz bestehender Unterstützungsstrukturen erreichen viele Hilfsangebote die Betroffenen dort schwerer. Eine weitere Zielgruppe sind Menschen aus dem sozialen Umfeld von Gewaltbetroffenen sowie mit dem Thema befasste Fachkräfte.

Maßnahmen des BMJV zum besseren Schutz von Betroffenen

Die Kampagne reiht sich ein in Maßnahmenbündel des BMJV, um gegen häusliche Gewalt vorzugehen. Kürzlich verkündet wurden Änderungen im Gewaltschutzgesetz, nach denen Familiengerichte in Hochrisikofällen elektronische Fußfesseln anordnen und Gewalttäter zur Teilnahme an sozialen Trainingskursen verpflichten können. In Kraft tritt das neue Gesetz am 1. Juli 2027. Geplant und teils schon im parlamentarischen Verfahren sind Änderungen zur psychosozialen Prozessbegleitung, im Sorge- und Umgangsrecht und im Scheidungsrecht.

Die Webseite zur Kampagne finden Sie hier.

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