Landeslabor Berlin-Brandenburg: Verlässliche Analytik von über 580.000 Proben – zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt.

Der Direktor des Landeslabors Berlin-Brandenburg (LLBB), Dr. Mike Neumann, präsentierte bei einem Pressetermin am heutigen 15.10.2026 den LLBB-Jahresbericht 2025 und übergab diesen an den Brandenburger Verbraucherschutzstaatssekretär Dr. Stephan Nickisch und die Berliner Verbraucherschutzstaatsekretärin Susanne Hoffmann.

LLBB-Direktor Dr. Mike Neumann zeigte in seiner Präsentation das breite Spektrum der vom LLBB abgedeckten Untersuchungen: Von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika über Wasser, Boden und Luft bis zur Diagnostik von Tierseuchen. Insgesamt untersuchte das LLBB im Jahr 2025 mehr als 580.000 Proben. Im Rahmen des Themenschwerpunkts „Süße Risiken“ wurde erläutert, wie gesundheitsschädliche Komponenten in harmlos erscheinenden Produkten im LLBB identifiziert, quantifiziert und bewertet werden – insbesondere auch im Hinblick auf empfindliche Verbrauchergruppen wie beispielsweise Kinder.

DerVorsitzende des LLBB-Verwaltungsrats, Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch (MLEUV) erklärt: „Sowohl in der Routine als auch in Krisensituationen zeigt sich, wie wichtig ein leistungsfähiges Landeslabor ist. Ob bei einem Ausbruch von Tierseuchen oder beim Fischsterben in der Oder – schnelle und zuverlässige Analysen sind entscheidend, um Gefahren zu erkennen und gezielt zu handeln. Das LLBB passt sein Untersuchungsspektrum an neue Herausforderungen an, beispielsweise mit der Etablierung einer Analytik für die Goldalge Prymnesium parvum, um eine mögliche Ursache für Fischsterben frühzeitig erkennen zu können. Das Landeslabor ist damit ein unverzichtbarer Partner für Krisenbewältigung und Vorsorge.“

Die stellvertretende Vorsitzende des LLBB-Verwaltungsrats, Staatssekretärin für Verbraucherschutz Susanne Hoffmann (SenJustV), ergänzt: „Verbraucherschutz beginnt lange bevor eine Gefahr für uns sichtbar wird. Genau hier leistet das Landeslabor jeden Tag unverzichtbare Arbeit. Ob bei Lebensmitteln, Trinkwasser oder der Erkennung von Tierseuchen und Umweltbelastungen: die Untersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und unsere Gesundheit zu schützen. Mehr als 580.000 untersuchte Proben zeigen, welch enorme Leistung dahintersteckt. Vieles davon geschieht abseits der Öffentlichkeit. Umso wichtiger ist es mir, den Mitarbeitern für ihren täglichen Einsatz und ihre verantwortungsvolle Arbeit herzlich zu danken.““

Probenstatistik

Im Jahr 2025 wurden im LLBB insgesamt 27.614 Lebensmittelproben einschließlich Wein und Weinerzeugnissen sowie 2.952 Proben Bedarfsgegenstände, Kosmetika sowie Tabak und Tabakerzeugnisse für die Länder Berlin und Brandenburg untersucht.

Bei den Lebensmitteln betrug die Beanstandungsquote 14,3 %. Der größte Teil der Beanstandungen geht auf Mängel und/oder Verstöße bei der Kennzeichnung zurück. Da Produkte mit einem höheren Risiko häufiger beprobt werden als andere, stellt die genannte Quote keine repräsentative Aussage über den gesamten Warenkorb dar. Lediglich 0,2 % der Lebensmittelproben wurden als gesundheitsschädlich bewertet. Hierzu gehörten auch sieben Proben Slush-Eis sowie sieben Proben Süßwaren mit zugesetzten Cannabinoiden. Was es mit diesen „süßen Risiken“ auf sich hat, wurde im Rahmen des Themenschwerpunkts erläutert.

Im Bereich Umwelt und Strahlenschutz untersuchte das Landeslabor insgesamt 28.247 Proben, darunter 10.241 Gewässerproben inklusive Badegewässer und Grundwasser sowie 3.708 Proben von Trink- und Badebeckenwasser. Hinzu kommen 6.397 landwirtschaftliche Proben wie Futtermittel, Düngemittel, Ernteprodukte/Pflanzen, landwirtschaftliche Böden und Saatgut.

In der Tierseuchendiagnostik wurden insgesamt 486.719 Proben analysiert.

Akute Tierseuchengeschehen

Für die Tierseuchendiagnostik des LLBB wurde auch das Jahr 2025 durch Tierseuchenausbrüche bestimmt. Die möglichst schnelle Eindämmung von Tierseuchen ist von immenser Bedeutung nicht nur für die Tiergesundheit, sondern auch für die Wirtschaft. Eine schnelle und verlässliche Tierseuchendiagnostik ist hierfür ein wesentlicher Baustein. Für die Veterinärdiagnostik des LLBB ist jeder Tierseuchenausbruch eine Herausforderung, da ein ungeplant hohes Probenaufkommen sehr schnell und ggf. unter besonderen Biosicherheitsmaßnahmen bewältigt werden muss.

Im Januar 2025 kam es in einem Wasserbüffelbestand in Brandenburg zu einem Ausbruch der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS), die seit fast 40 Jahren in Deutschland nicht mehr aufgetreten war. Glücklicherweise blieb der Ausbruch auf diesen Bestand begrenzt. Aufgrund der großen Ausbreitungsgefahr und der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Tierseuche waren trotzdem umfangreiche Untersuchungen von Haus- und Wildtieren erforderlich. Rund 33.000 Proben wurden im LLBB virologisch bzw. serologisch auf das Vorhandensein von MKS-Virus bzw. MKS-Antikörper mit negativem Ergebnis analysiert. Mitte Oktober 2025 kam es zu einem weitreichenden Ausbruchsgeschehen der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI), auch Vogelgrippe genannt, welches sowohl Wildvögel als auch Hausgeflügel betraf und bis ins Jahr 2026 hinein anhielt. Und auch im aktuellen Jahr setzen sich die Tierseuchenausbrüche fort: Nach 30 Jahren ohne Ausbrüche wurden von Februar bis Mai 2026 mehrere Fälle der Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) in kommerziellen Geflügelhaltungen in Brandenburg festgestellt. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch der ND wurden im LLBB rund 15.000 Proben untersucht.

Foto (v.l.): Stephan Nikisch, Susanne Hoffmann, Mike Neumann

Fotoquelle: Kathrin Buchholz/LLBB

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