Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Tod von Konrad Beikircher.

NRW-Ministerpräsident Wüst: Konrad Beikircher hat die rheinische Lebensart mit ihren Dialekten gelebt und geliebt.

Die Staatskanzlei NRW teilt zum Tode von Konrad Beikircher mit:

Der deutsche Kabarettist, Musiker und Wahl-Bonner Konrad Beikircher ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen trauert um einen der bekanntesten Kabarettisten Deutschlands. Konrad Beikircher hat das Rheinland in jungen Jahren zu seiner Heimat gemacht und lebenslang in sein Herz geschlossen. Er hat die rheinische Lebensart mit ihren vielfältigen Dialekten gelebt und geliebt – und dem rheinischen Humor bundesweit Sympathie beschert.

Konrad Beikircher kam aus Südtirol nach Nordrhein-Westfalen und stellte mit seinem Wirken in seiner Wahlheimat Bonn unter Beweis: Heimat ist ein Gefühl, das im Miteinander entsteht. Auch dem Miteinander von Rheinland und Westfalen war er in seiner künstlerischen Arbeit verbunden. Wir werden Konrad Beikircher als besonders humorvollen und heimatverbundenen Träger des Landesverdienstordens in Erinnerung behalten. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Konrad Beikircher wurde am 22. Dezember 1945 in Bruneck im italienischen Südtirol geboren. Schon als Kind spielte er Mundharmonika, Klavier, Geige und Gitarre. 1965 wechselte er aus Wien an die Universität Bonn, wo er Psychologie, Musikwissenschaften und Philosophie studierte. Das Studium schloss er 1971 als Diplom-Psychologe ab. Bis 1986 arbeitete Konrad Beikircher, der die deutsche Staatsangehörigkeit annahm, als Gefängnispsychologe in der Jugendstrafanstalt Siegburg. Als freischaffender Künstler widmete er sich zunehmend mehreren Bonner Bands sowie der Kölner Kleinkunst- und Rundfunkszene. Beim WDR war er ab 1978 Gast in Radiosendungen und ab 1984 als fester Moderator tätig.

Seine Eindrücke vom rheinischen Dialekt und Lebensgefühl verarbeitete er insbesondere in Kabarettprogrammen. Sein erstes Programm „Himmel un Ääd“ von 1990 wurde zum Klassiker. Neben seinen zahlreichen Live-Programmen als Kabarettist moderierte Konrad Beikircher Konzerte mit großen Orchestern und gab humorige Konzertführer heraus. Am 1. März 2001 erhielt er für sein Engagement den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2012 folgte der Bundesverdienstorden in Form des Verdienstkreuzes 1. Klasse, das seinen vorbildlichen Einsatz um das Gemeinwohl würdigte. So engagierte sich Konrad Beikircher unter anderem als „rheinischer Botschafter“ bei vielen Benefiz-Veranstaltungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF).

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