Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind gelaufen: Keine große Überraschung mehr: Die sog. „AfD“ hat das nächste Bundesland „erobert“, die CDU ist sogar aus dem Landtag geflogen. Nun hat es Manuela Schwesig dort in der Hand, mit Linken und Grünen weiter zu regieren.
In Berlin ist dagegen die Koalition aus CDU und SPD krachend gescheitert.
Die CDU ist mit ihrem Spitzenkandidaten Stefan Evers trotz Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, unter 19 Prozent gesackt, und die SPD mit Spitzenkandidat Steffen Krach erreicht gerade mal 12 Prozent.



Zum ersten Mal hat nun eine deutlich überragende Wahlsiegerin, die Linke, in der Hauptstadt die Möglichkeit, dreieinhalb Jahrzehnte nach der Wende, mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp, ins Rote Rathaus einzuziehen.
Der Weg dorthin dürfte allerdings noch steinig sein.
Prof. Dr. Hajo Funke von der Freien Universität Berlin ist dennoch zuversichtlich, dass sie es schafft.
Gegenüber der TP Presseagentur Berlin betonte er:
„Das ist für Berlin ein Erfolg einer pragmatischen Linken unter Elif Eralp. Und sie hat ein zentrales Thema, nämlich die Mieten und Mietenpolitik unter Kontrolle zu bringen und bezahlbares Leben als ein zentral perspektives Element. Und sie hat die Chance dies mit der SPD und den Grünen durchzusetzen. Insofern ist die SPD gut beraten, diese Chance zu nutzen und tatsächlich einen Politikwechsel in Berlin herzustellen, im Bereich Wohnen und Mieten als auch bei Schule und Bildung.“
Auf die Frage, ob die Grünen, die in Berlin vor der Wahl eine Bevorzugung eines rot-rot-grünes Bündnisses zum Ausdruck brachten, sich nach der Wahl noch daran hielten, sagte Funke gegenüber der TP Presseagentur:
„Ich glaube schon. Ich habe gerade hier im Abgeordnetenhaus mit Herrn Graf kurz reden können, und ich verstehe ihn so, dass er das will. Unklar ist es noch bei der SPD, aber ich habe den Eindruck, dass es in ihrem eigenen Interesse ist.

Die Linke, unter Leitung von Elif Eralp und Ines Schwerdtner, ist nicht, auch nicht teilweise, jedenfalls nicht einflussreich antisemitisch.
Es gibt einzelne Vorfälle von ganz Wenigen, die aber nicht die Partei bestimmen. Insofern war das eine Zuspitzung im Wahlkampf, die ich überhaupt nicht teile. Die Linke ist pragmatisch und zielorientiert, und es wäre gut für Berlin, wenn sie Einfluss nähme in der Regierung.“
Übrigens: Die FDP ist in MV aus dem Landtag geflogen und in Berlin erneut gescheitert.
Bleibt nur zu hoffen, dass das sog. BSW, das in beiden Parlamenten den Einzug verpasste, das endgültige Wahlergebnis akzeptiert und nicht durch ständige Nachzählungsforderungen hinauszögert.
Fotoquellen: TP Presseagentur Berlin
