Zur Rede
des US-Vizepräsident J.D. Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz
erklärt der Vorsitzende der Partei Die Linke, Jan van Aken:
Die Äußerungen von Trump und seinem Vizepräsidenten lassen keinen Zweifel: Die
USA steuern direkt auf ein neues Blockdenken zu – drei Supermächte, USA, China
und Russland, die die Welt unter sich aufteilen und ihre Einflusszonen
abstecken. Ein gefährliches Machtspiel, das sich eins zu eins in Putins Brief
an die NATO vom 17. Dezember 2021 widerspiegelt.
Die Bundesregierung und die EU dürfen dieser Rückkehr zur Hinterhofpolitik
keinen Millimeter nachgeben! Sie müssen unmissverständlich klarstellen: Nicht
selbsternannte Großmächte, sondern die Vereinten Nationen – die Gemeinschaft
ALLER Länder – sind der einzige legitime Rahmen, um globale Herausforderungen
zu lösen.
Ein eigener europäischer Weltmachtanspruch wäre ein fataler Irrweg. Was Europa jetzt braucht, ist größere Eigenständigkeit – aber nicht als neuer Machtblock, sondern als treibende Kraft für Frieden, Diplomatie und echte internationale Zusammenarbeit.
Jede Anbiederung an die neue US-Regierung in der Hoffnung, noch ein paar Krümel vom Tisch der Supermächte zu ergattern, treibt die Welt weiter in ein brandgefährliches Blockdenken. Wer das nicht begreift, spielt mit dem Feuer!
Die panischen Warnungen
europäischer Politiker vor einem möglichen Trump-Putin-Deal auf Kosten der
Ukraine wirken geradezu naiv. Es war längst absehbar, dass Trump nach seinen
eigenen Regeln verhandeln würde. Das wahre Versagen liegt jedoch nicht in
Washington – sondern in Europa.
Statt eine eigenständige diplomatische Strategie zu entwickeln, setzte die EU
fast ausschließlich auf Waffenlieferungen. Ein historischer Fehler mit
katastrophalen Folgen. Wo waren die ernsthaften europäischen
Friedensinitiativen im Rahmen der UN? Wo waren diplomatische Vorstöße mit
Indien, China oder Brasilien? Nirgends. Stattdessen verlor sich die deutsche
Politik in hitzigen Debatten über die Reichweite von Marschflugkörpern.
Jetzt übernimmt Trump – und
er wird den Krieg auf seine Weise beenden. Mit Deals und Zugeständnissen an
Putin, die Europa am Ende machtlos hinnehmen muss. Eine Lektion in
geopolitischem Realismus – und eine schallende Ohrfeige für eine EU, die sich
weigert, endlich als eigenständige Kraft für Frieden und Diplomatie
aufzutreten!
Wir dürfen uns keiner Illusion hingeben: So groß die Erleichterung über das
Kriegsende auch wäre, ebenso sicher würde in Europa sofort eine neue Abschreckungsdebatte
entbrennen. Polen und die baltischen Staaten werden allein dafür sorgen, weil
sie Russland weiter als existenzielle Bedrohung sehen. Und in Deutschland? Dort
rollt unweigerlich die nächste Aufrüstungsdebatte an – befeuert von einer
Union, die nicht erkennt, wie sehr ihre Ukraine-Politik gescheitert ist. Statt
sich selbst in der Opposition für mehr Diplomatie starkzumachen, hat sie
Waffenlieferungen zur moralischen Gesinnungsfrage erhoben. Das Ergebnis: Eine
deutsche Außenpolitik, die keinen eigenen Kurs mehr kennt – und eine
europäische Strategie, die in ihrer Hilflosigkeit versagt hat.
Ein Desaster auf ganzer Linie. Deshalb sage ich klar und deutlich: UNO statt Trump – und Europa endlich zur Friedensmacht machen!
Fotoquelle: TP Presseagentur Berlin
